27.01.2015, 15.19 Uhr

Schock-Bericht des Wehrbeauftragten: Immer mehr Bundeswehr-Soldaten begehen Selbstmord

Marode Kasernen, kaputtes Gerät und viel zu viel Arbeit für einige Soldaten: Zum Abschied aus seinem Amt legt der Wehrbeauftragte Königshaus einen Bericht vor, der es in sich hat. Vor allem die Zahl der Suizide sei «beunruhigend».

Marode Kasernen, kaputtes Gerät und zu viel Arbeit: die Bundeswehr im Jahr 2014. Bild: Maurizio Gambarini/dpa

Der scheidende Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hat in seinem letzten Jahresbericht eine teils unzumutbare Überforderung der Soldaten und massive Mängel bei Ausrüstung und Kasernen angeprangert. Materiell stehe die Bundeswehr an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, heißt es in dem 115-seitigen Bericht, den Königshaus in Berlin vorlegte. Er fordert darin eine Erhöhung des Verteidigungsetats, um die Mängel zu beheben. Insgesamt gingen beim «Anwalt der Soldaten» im vergangenen Jahr 4645 Beschwerden ein, im Vorjahr waren es noch 5095.

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Bundeswehrbericht: Einsatzbelastung und Ausrüstung im Blickfeld

«Das Jahr 2014 war für die Bundeswehr ein Jahr der Wahrheit», leitet der Wehrbeauftragte des Bundestags seinen Jahresbericht ein. «Die Rückstände bei der baulichen Unterhaltung und der Instandhaltung des Geräts haben einen nicht länger hinzunehmenden Umfang erreicht.»

Königshaus führt das vor allem darauf zurück, dass sich das Verteidigungsministerium jahrelang auf eine gute Ausrüstung der Truppe in Einsatz konzentriert und dabei den Grundbetrieb zu Hause vernachlässigt habe. Der Wehrbeauftragte kritisierte auch, dass sich die Einsatzbelastung auf bestimmte Truppenteile konzentriert.

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