Von news.de-Volontärin - 27.01.2015, 08.30 Uhr

Holocaust-Gedenktag 2015: Schüler erinnert mit Lego an die Befreiung von Auschwitz

Am 27.01.2015 ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau 70 Jahre her. Doch die Erschütterung über den Massenmord ist allgegenwärtig. Das sich auch junge Menschen intensiv mit der Geschichte auseinandersetzen, zeigt das Schulprojekt von John Denno. Er baute aus Lego den Holocaust nach.

Im Zweiten Weltkrieg erlebte die deutsche Geschichte ihr dunkelstes Kapitel. Am 27. Januar 2015 jährt sich die Befreiung von Auschwitz zum 70. Mal. Bei der Gedenkfeier vor den Toren des ehemaligen Konzentrationslagers sollen die Politiker schweigen. Den Überlebenden gehört das Wort. Ihre Zahl ist in den 70 Jahren seit der Befreiung klein geworden. Auf der Gedenkfeier sollen sie im Mittelpunkt stehen. Ihre Stimmen sollen gehört werden.

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1945: Das Morden hat ein Ende. Die Konzentrationslager werden befreit. Bild: Screenshot Twitter / Isabel Polina

Befreiung von Auschwitz: 7.000 Häftlinge konnten gerettet werden

Als Soldaten der Roten Armee am 27.01.1945 Auschwitz befreiten, fanden sie dort noch etwa 7.000 Häftlinge, darunter auch Kinder. Die SS-Schergen hatten die kranken und völlig entkräfteten Häftlinge zurückgelassen, als sie gut eine Woche zuvor mit etwa 56.000 Häftlingen aus Auschwitz und den umliegenden Nebenlagern Richtung Westen aufbrachen. Die Nazis zerstörten die Gaskammern und Krematorien. Keine Spuren sollten von den schrecklichen Verbrechern der Deutschen zeugen.

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Doch die Befreier fanden nicht nur die Überlebenden, die von der Hölle in Auschwitz-Birkenau berichten konnten. Sie fanden auch die Leichen der kurz vor dem Aufbruch der SS ermordeten Häftlinge, die Asche der Ermordeten in den Ruinen, den Inhalt der Lagerhäuser mit dem Hab und Gut der Opfer: rund 350.000 Männeranzüge, mehr als 800.000 Frauenkleider, Zehntausende Paare von Schuhen. Ebenso wie die Listen der Lagerbürokratie mit den Nummern der Häftlinge ließen die Kleider der Toten eine Ahnung vom Ausmaß des Massenmordes aufkommen.

FOTOS: Auschwitz-Birkenau Bilder des Unfassbaren
zurück Weiter Auschwitz (Foto) Foto: www.efoto.lt Kamera

Wie viele Menschen in Auschwitz-Birkenau, dem größten der deutschen Vernichtungslager, ermordet wurden, lässt sich vielleicht nie genau feststellen. Denn Tausende wurden sofort von den Deportationszügen in die Gaskammern geschickt, ohne je mit einer Lagernummer registriert worden zu sein. Mindestens 1,1 Millionen Menschen mussten in dem größten Vernichtungslager der Nazis ihr Leben lassen. Sie wurden vergast, zu Tode geprügelt, erschossen oder starben an Hunger und Krankheiten.

VIDEO: Ein Auschwitz-Befreier erinnert sich

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Holocaust-Gedenktag 2015: Putin nicht eingeladen

Doch der höchste Repräsentant des Landes der Befreier von Auschwitz fehlt: Der russische Präsident Wladimir Putin habe nämlich keine Einladung erhalten und werde sich daher durch seinen Botschafter in Polen vertreten lassen, kündigte ein Kreml-Sprecher an und sorgte damit in Vorbereitung des Gedenktages für mediale Aufregung. Polen habe Putin brüskiert, hieß es in einigen Kommentaren. «Wir sehen es als unverzichtbar an, dass der russische Präsident Wladimir Putin offiziell von der polnischen Regierung eingeladen wird», empörte sich die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer bei der polnischen Botschaft in Berlin und sprach von einem nicht hinnehmbaren «politischen Affront».

Dabei hatten zuvor bereits sowohl die polnische Botschaft in Moskau als auch die Gedenkstätte darauf hingewiesen, dass die Gedenkfeier nicht von der Warschauer Regierung, sondern der Gedenkstätte organisiert werde und es jedem frei gestellt sei, zu kommen. Offizielle Einladungen habe Polen an niemanden verschickt.

1933: Hitlers Machtübernahme. Bild: Screenshot Twitter / denisatristianty

Geschichtsprojekt: Britischer Schüler erinnert mit Lego an den Holocaust

Der Umgang mit der dunkelsten Geschichte in Europa ist wichtig, damit sich solch ein grausames Ereignis nicht wiederholt. Auch die Schüler in einer Schule in Liverpool sollten sich mit dem Thema auseinandersetzen und selbst kreativ werden. Der 16-jährige John Denno nutzte dafür sein Spielzeug, denn malen kann er laut Huffington Post alles andere als gut. Mit Lego baute er die wichtigsten Station des Holocausts nach. Angefangen mit der Machtübernahme Hitlers bis zu dessen Selbstmord in Berlin.

30. April 1945: Hitler tötet sich selbst. Bild: Screenshot flickr / Fithboy
Das erste Konzentrationslager wird errichtet. Bild: Screenshot flickr / Fithboy
Das größte Konzentrationslager der Nazis: Auschwitz-Birkenau. Bild: Screenshot Twitter / denisatristianty

Für seine Arbeit bekam er ein «Sehr gut». Als der Teenager Fotos seines Projektes online stellte, rechnete er nicht mit einer solch positiven Resonanz. Doch der Lego-Holocaust wurde ein viraler Hit.

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bua/zij/news.de

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