Von news.de-Volontärin Ines Fedder - 25.01.2015, 09.00 Uhr

Endstation Kuba!: Im Innern von Guantánamo: Tötungssimulationen und Vergewaltigungen

Der Bericht über die Verhörmethoden der CIA brachte grausame Foltermethoden ans Licht. Kein Einzelfall! In seinem Buch Guantánamo Diary offenbart Gefängnis-Insasse Mohamedou Ould Slahi, wie er vergewaltigt und gedemütigt wurde.

Aktivisten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International demonstrieren für die Schließung des Gefängnisses Guantanamo. Bild: dpa

Dass die USA mit verdächtigen Straftätern nicht gerade zimperlich vorgeht, wissen wir spätestens seit der Veröffentlichung der Ergebnisse des Geheimdienstausschusses des amerikanischen Senats im letzten Jahr. Was 2014 jedoch noch als nüchterner Bericht die Medien schockte, wurde nun durch die Tagebuch-Schilderungen des Guantánamo-Häftlings Mohamedou Ould Slahi zur grausamen Gewissheit.

Tagebuch der Hölle - Guantánamo-Häftling veröffentlicht Buch

Zehn Jahre hat es gedauert, bis der 44-Jährige die Ausführungen über die Zustände im berüchtigsten Gefängnis der Welt in seinem Buch Guantánamo Diary veröffentlichen durfte. Das Besondere: Noch immer sitzt Slahi in der gleichen Zelle, wie damals 2005, als er begann, seine Erfahrungen in nur wenigen Monaten niederzuschreiben. Als Häftling Nummer 760 erlangte er in Folge traurige Berühmtheit.

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Die Folterkammer - ein Gruselkabinett! Die Verhörmethoden grausam und unmenschlich! Slahi berichtet von Schlafentzug, stundenlangem Ausharren in einer Kälte-Kammer, Schlägen, Beleidigungen und Tötungssimulationen. «Plötzlich brach ein Kommandoteam, bestehend aus drei Soldaten und einem Schäferhund, in unseren Vernehmungsraum ein. Verbindet dem Motherfucker die Augen, wenn er sich umschaut», heißt es in seinem Buch.

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Es folgten Schläge, man habe ihm die Augen verdeckt, Ohren gestopft, ihm eine Tüte über den Kopf gestülpt und ihn gefesselt. «Der Schlägertrupp machte noch drei oder vier Stunden weiter, dann übergaben sie mich an ein anderes Team, das mit anderen Foltermethoden arbeitete», berichtet er weiter.

Treibt ihn zum Wahnsinn! Brutale Aufseher, grausame Foltermethoden

Andere Foltermethoden? Was könnte noch grausamer sein? Zum Beispiel, wenn man den Häftling Salzwasser trinken lässt und seine Kleider mit Eiswürfeln füllt, nur um ihn zu quälen. Das sogenannte Waterboarding (Simulieren von Ertrinken) blieb dem Mauretanier erspart, Erbarmen zeigten die Aufseher in Guantanamo dennoch nicht. «Zeigt ihm keine Gnade. Erhöht den Druck. Treibt ihn zum Wahnsinn», heißt es im Buch.

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