Feindbild Salafist: Rocker, Neonazis, Hooligans - so gefährlich ist Deutschland

Selten gingen so viele Menschen auf die Straße wie im Jahr 2014. Und selten waren die Gründe für die Protestmärsche so besorgniserregend. Die Auseinandersetzungen bei der Demonstration am 26. Oktober in Köln, bei der über 6.000 Hooligans gegen Salafisten durch die Straßen zogen, war ein Fingerzeig an die Mächtigen in Berlin. Die Radikalisierung in Deutschland im Hinblick auf bestimmte Feindbilder ist gravierend - und macht Deutschland so zu einem gefährlichen Pflaster.

Immer mehr radikale Gruppierungen gehen in Deutschland auf die Straße. Bild: dpa

Dass Deutschland immer radikaler wird, belegt auch die Studie «Fragile Mitte - Feindselige Zustände» der Friedrich Ebert Stiftung. Auf der Basis einer repräsentativen Erhebung wurden 1.915 Personen zum Thema Antisemitismus befragt. Das Resultat: Die Feindlichkeit in Bezug auf bestimmte gesellschaftliche Gruppen ist rapide angestiegen. Asylbewerber, Sinti und Roma, Muslime - sie alle ziehen den Unmut der Bevölkerung auf sich und finden immer mehr radikale Gegner. Hooligans und Rockerbanden machen sich diese Entwicklung zunutze.

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Hells Angels, Bandidos, Graue Wölfe - Rockerbanden in Deutschland gegen ein gemeinsames Feindbild

Dass die Hells Angels, die Bandidos und andere Rockerclubs nicht einfach so mit ihrem Motorrad durch die Gegend ziehen, ist hinlänglich bekannt. Zahlreiche Verbrechen, Drogendelikte, Zuhälterei und auch Mord sind im Rockermilleu keine Seltenheit. Der Tod des Cafe-Besitzers Tahir Ö. in Berlin machte im Januar dieses Jahres Schlagzeilen, angeblich auch, Dschihad.

Auch viele Deutsche ziehen nach Syrien in den Kampf für den Gottesstaat - morden, meucheln und foltern. Mehrere Enthauptungsvideos kursieren derzeit im Netz. Der deutsche Rapper Dennis Cuspert, bekannt als Deso Dogg, posierte auf Bildern mit abgetrenntem Kopf. Deutsche in Syrien - das scheint ja doch weit weg zu sein. Irrtum!

Im September wurde Wuppertal zum Brennpunkt heißer Disskussionen - genau genommen die selbsternannte «Sharia-Polizei», die unter Berufung auf den Islam Jugendliche rekrutierte und von ihrem Glauben überzeugen wollte. Im Auftrag «Gottes» patroullierten sie durch die Straßen. Die Gegenbewegung folgte auf dem Fuß.

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