27.09.2014, 07.00 Uhr

IS in Deutschland: Das sind die blutrünstigen Krieger von nebenan

Deutsche im Terrorkrieg der IS: Abu Osama stammt aus Dinslaken, Abu Talha ist in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, Abu Luqman kommt aus Bonn. Wer sind die jungen Männer, die in blindem Hass nach Syrien reisen und in YouTube-Videos Leichen schänden?

Sie heißen Farid S., Philip B., Enis A., Mustafa K. oder Denis Cuspert alias Deso Dogg alias Abu Talha al-Almani. Sie kommen aus Deutschland und kämpfen in Syrien dafür, dass im nahen Osten ein islamisches Kalifat entsteht. Sie waren arbeitslos, Pizzabote, Rapper oder sogar Jugendnationalspieler, bis sie die IS fanden, die ihnen mehr versprach als alles andere: den Himmel.

Denis Cuspert alias Deso Dogg alias Abu Talha al-Almani. Bild: dpa

So scheißen auf die IS-Flagge: So protestieren Femen gegen den islamistischen Terror

YouTube, der Info-Kanal der IS-Terror-Krieger

Dank YouTube sind wir im Bilde, was in den wirren Hirnen dieser Männer vorgeht. Mehr als 400 sind laut Verfassungsschutz aus Deutschland nach Syrien gezogen, um dort für die islamistische Idee vom Kalifat zu morden. Die Männer aus Dinslaken, Bonn, Bad Homburg schwärmen in Videos von Enthauptungen, sie verüben Massaker als Schlächter im Dienste Allahs, sprengen sich als Kanonenfutter bei Selbstmordattentaten in die Luft.

Er nennt sich Jihadi John: Ein Ex-Rapper köpfte den amerikanischen Journalisten.

Deutschland liefert nicht nur Gotteskrieger für den Terrorkrieg der IS: Seit September schickt die Bundesregierung auch Waffen in den Irak, um den Terror der IS zu stoppen. Scheinbar weit entfernt, kämpft Deutschland diesem Krieg an allen Fronten. Inzwischen sind 100 der selbsternannten Kämpfer für das Kalifat zurückgekehrt, gegen 140 deutsche IS-Kämpfer wird ermittelt, Dutzende Rückkehrer werden rund um die Uhr von der Polizei observiert. Auch in Deutschland findet Gotteskrieg live statt.

Terroristen morden vor laufender Kamera
Brutale Machtdemonstration
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CDU will deutschen IS-Kämpfern die Staatsangehörigkeit entziehen

Was tun gegen den deutschen Beitrag am Glaubenskrieg? Die Innenminister verhandeln über Möglichkeiten, jungen Islamisten die Reise zu vereiteln. Den Reisepass einzuziehen ist rechtlich möglich, doch für die Türkei reicht auch der Personalausweis. Diese könnten markiert werden, um den Grenzern zu signalisieren, dass eine Ausreise untersagt ist. Um Personalausweise einzuziehen, müsse ein Gesetz geändert werden.

CDU-Politiker fordern, deutsche IS-Kämpfern die Staatsangehörigkeit abzuerkennen. Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innen-Ausschusses, hofft, junge Leute dadurch abzuschrecken. Zudem würde ihnen die Wiedereinreise unmöglich gemacht. Allerdings sind die Hürden für eine Ausbürgerung in Deutschland sehr hoch. Grund kann der Eintritt in die Streitkräfte eines anderen Staates sein - die Terrorgruppe IS gilt jedoch trotz ihres großspurigen Namens nicht als Staat.

Kreshnik B., Fared S., der Rapper und der Pizzabote: Lesen Sie auf den nächsten Seiten, wer deutsche IS-Kämpfer sind.

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