Gegen Ausländer und Behinderte: AfD schießt scharf auf Minderheiten

Die Alternative für Deutschland (AfD) profiliert sich in der ganz rechten Ecke: Ein Behinderter darf nicht Lehrer werden, fordert der Sachsen-Vize auf Facebook. Seine AfD-Parteifreunde sehen die armen Deutschen schon in Indianerreservaten, wenn noch mehr Ausländer das Land fluten.

Die deutschland/1/">Alternative für Deutschland (AfD) leistet sich einen Klops nach dem nächsten! Am Samstag kuschelt sich der AfD-Kreisverband Rhein-Sieg in die rechte Ecke zu NPD und Co., indem er bei Twitter das Foto eines stolzen Indianers postet - mit dem ausländerfeindlichen Kommentar: «Die Indianer konnten die Einwanderung nicht stoppen. Jetzt leben sie in Reservaten.»

Gegen Ausländer und Behinderte: AfD profiliert sich ganz rechts neben der NPD

Dann platziert am Sonntagabend Sachsens AfD-Vize-Parteichef Thomas Hartung einen Post auf Facebook, in dem er sich über einen jungen Spanier mit Trisomie 21 aufregt, der Lehrer werden möchte: «Was sagt uns das: Sei nur blöd genug, reise in der Welt herum, die Dummen wenden sich schon ganz allein dir zu. ‹Er kam mit Down-Syndrom zur Welt im andalusischen Málaga. Jetzt will er Lehrer werden. Der Erste mit dieser Genmutation.› Wo soll das hinführen, wenn es als normal gezeigt wird???», kommentiert Hartung bei Facebook einen Bericht der Badischen Zeitung.

FOTOS: Politiker im Netz Stolperfalle Facebook
zurück Weiter Christian von Boetticher tritt nach Facebook-Affäre zurück (Foto) Foto: Philipp Guelland/dapd Kamera

Dass den deutschen Ureinwohnern dasselbe Schicksal drohe wie den Indianern, wenn sie weiterhin Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien oder Hunger leidende Afrikaner ins Land lassen, liest sich ohne tiefsinnige Interpretation im Subtext des Tweets vom Kreisverband Rhein-Sieg. Zwar verwundert das offen ausländerfeindliche Statement bei einer Partei eigentlich nicht, deren Mitglieder auch vor der «Flutung Europas mit orientalischen und negroiden Stämmen» warnen und sich am Schweinekopfwerfen auf das Moscheegelände in Leipzig beteiligen.

Offen rechtsradikaler Populismus: Sind die AfDler Neo-Neonazis?

Doch mit derartigen Äußerungen von offizieller Seite manifestiert sich das rechtsradikale Image der AfD, das Parteifunktionäre wie Parteichef Lucke gern im Zaum halten würden. Ein Kommentator bei Twitter bezeichnet den Indianer-Tweet als Ausdruck von Neo-Neonazismus - das liberal getünchte Gegenstück zu rechten Glatzen? Auch gegen den Facebook-Post des Hochschul-Lehrers Thomas Hartung regte sich prompt ein Shitstorm. Was diesen jedoch nicht weiter stört - er steht munter zu seiner Meinung:

«Wollt ihr von jemanden ‹belehrt› werden, der weniger weiß als ihr?» und «Ich spreche einem Menschen mit Trisomie 21 die Befähigung ab, in Deutschland den Hochschulberuf eines Lehrers zu ergreifen, und gebe kund, dass ich als Nichtbehinderter von einem solchen nicht unterrichtet werden möchte», setzte er laut Bild bei Facebook noch einen drauf.

AfD-Sprecherin zieht die Notbremse - zu spät!

AfD-Sprecherin Frauke Petry versuchte laut Focus, die Notbremse zu ziehen. Sie erreichte, dass Hartung seinen Post löschte. Doch zu spät - das wahre Gesicht der Partei wird sich nicht mehr unter ihrem liberalen Anstrich verschleiern lassen.

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iwi/news.de

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