Wegen eines Begräbnis-Verbots: Chinesische Rentner protestieren mit Massenselbstmord

Wegen eines Begräbnis-Verbots in China haben dutzende alte Menschen aus Protest sich zum Massenselbstmord entschlossen. Da ab Juni ein Gesetz gilt, das nur noch Einäscherungen erlaubt, wählten tausende Alte den Freitod.

Medienberichten zufolge haben sich in der chinesischen Provinz Anhui tausende alte Menschen freiwillig vorzeitig das Leben genommen. Der Grund: Ab dem 1. Juni soll in der Region ein neues Gesetz in Kraft treten, welches zukünftig keine traditionellen Begräbnisse, sondern nur noch Einäscherungen erlaubt. Anhui hätte nicht mehr genug Platz auf den örtlichen Friedhöfen und müsse nun einfach sparen, wie krone.at berichtet.

Regierung will Erdbestattungen verhindern

Schon seit den 1950er-Jahren versucht die chinesische Regierung ihr Volk von einer traditionellen Erdbestattung abzubringen, um mehr Platz auf den Friedhöfen zu schaffen. In den 1940ern waren die Erdbestattungen sogar verboten. Ganz besonders in den dicht besiedelten Gebieten gäbe es einfach keinen Raum mehr für die Toten.

Kommunen bieten Auszahlungen für See-Bestattungen an

In einigen Städten heißt es sogar, dass es für Bestattungen, die wesentlich platzsparender sind, wie zum Beispiel eine Seebestattung, extra Boni ausgeschüttet werden. Vielen Chinesen passt das ganz und gar nicht. Gerade die älteren Menschen wollen sich nicht von ihrer jahrelangen Tradition abwenden. Gesetze und Vorschriften werden einfach ignoriert.

Die Regierung ist dennoch knallhart: Im Dezember letzten Jahres kam es sogar zu einem Vorfall, bei dem Beamte das Grab eines 83-Jährigen aushoben und die Leiche demonstrativ mit Diesel verbrannten. Der neue Gesetzesentwurf soll solche Aktionen zukünftig verhindern. Ab dem 1. Juni soll ein generelles Begräbnisverbot Abhilfe schaffen und alle Friedhöfe sollen geschlossen werden.

Selbstmord-Protest gegen das System

Da viele alte Chinesen nicht eingeäschert werden wollen, kam es dazu, dass Dutzende sich zum Selbstmord entschlossen. Seit das Begräbnisverbot bekannt ist, haben sich Alte zu Tode gehungert und erhängt, wie die Daily Mail berichtet.

Rührende Abschiedsbriefe sind aufgetaucht: Wie der von der 81-jährigen Zhang Wenying, die in ihrem Brief verlauten ließ, dass sie ihrem Leben ein Ende gesetzt habe, weil sie einen anständigen Tod und ein anständiges Begräbnis erhalten will.

Die Kritik in China an dem neuen Gesetz ist groß. Man kritisiere, dass den alten Menschen nicht genug Zeit gegeben wurde, um sich an die Umstellung zu gewöhnen.

VIDEO: Chinese fertigt Halskette aus eigener Rippe
Video: afp

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ife/loc/news.de

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