Di Lorenzos Demokratie-Eklat: Skrupelloser Zeit-Chef wählt doppelt - krasse Panne bei Europawahl

Die Demokratie ist bei den Europawahlen ausgehebelt - EU-Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft  wählen doppelt. Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo macht's vor und sorgt bei Jauch für Furore. Pikant: Die Zeit klärte zuvor über diese Lücke im EU-Wahlrecht auf!

Tumult kam auf bei Günther Jauch am Abend der Europawahl, als der Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, Giovanni di Lorenzo, ausplauderte: «Ich habe zweimal gewählt.»

Dabei hat jeder Bürger eine Stimme - das ist eine der Grundlagen der Demokratie! Giovanni di Lorenzo dürfte das als Chef einer der renommiertesten deutschen Zeitungen ruhig wissen. Entsprechend entrüstet sind denn auch Günther Jauch, Wolfgang Schäuble und Juli Zeh, die mit di Lorenzo im Studio sitzen.

Doppelte Staatsbürger können bei Europawahl zweimal wählen

Doch tatsächlich tritt bei den Europawahlen ein einmaliges Phänomen auf, das doppelten Staatsbürgern ermöglicht, zweimal zu wählen. Jeder im Ausland lebende EU-Bürger erhält von seinem Konsulat die Wahlbescheinigung als Bürger seines Landes - di Lorenzo also aus Italien. Doch da er ebenfalls Deutscher ist, bekommt er auch an seinem Wohnsitz hierzulande die Einladung zur Wahl.

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zurück Weiter Die CDU ist auf den Hund gekommen - tierisch gut oder tierisch peinlich? Das liegt wohl im Auge des Betrachters. (Foto) Foto: news.de-Screenshot (Twitter/@wahl_beobachter) Kamera

Alle EU-Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft konnten also wie di Lorenzo sowohl in ihrem Konsulat als auch im örtlichen Wahllokal ihre Stimme abgeben - ohne, dass jemand etwas von der Doppelung merkt. Das betrifft zum Beispiel rund 460.000 Polen und 130.000 Italiener - wie Die Zeit erklärt.

Krass: Giovanni di Lorenzo betrügt offenbar ganz bewusst!

Denn es gibt ein besonders pikantes Detail bei der Sache: Ausgerechnet Giovanni di Lorenzos Zeitung Die Zeit klärte drei Tage vor der Wahl in einem Artikel über diese Möglichkeit zur Doppelwahl auf. Entweder, di Lorenzo liest seine eigene Zeitung nicht - oder er hat ganz bewusst die Lücke im Wahlgesetz genutzt und seiner Stimme doppelte Kraft verliehen! Dann ist es wohl mit di Lorenzos Demokratieverständnis nicht sonderlich weit her? Ziemlich heuchlerisch liest sich der Zeit-Artikel, in dem unter anderem steht: Das Gewissen der Wähler sei der einzige Schutzmechanismus gegen die Doppelwahl.

Andererseits: Womöglich wäre die auch gar nicht aufgefallen, wäre nicht di Lorenzo bei Jauch zu Gast gewesen und hätte ganz offenherzig seinen privaten Wahlbetrug zugegeben.

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7 Kommentare
  • isabelsunshine

    30.05.2014 14:14

  • hellboy

    29.05.2014 09:07

    Nichts! di Lorenzo ist ein Schauspieler. Besonders Helmut Schmidt wird enttäuscht sein. Alles Lug und Trug!

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  • HPB

    27.05.2014 10:16

    Was ist die Koalition der Gutwilligen gegen den Wählerwillen, der die Alternative sucht? Für was überhaupt benötigen wir den politischen Wettbewerb, wenn alle nur das Gute wollen. Menschen reinen Gewissens bekennen: Demokratie ist die Macht, die das Gute schafft. Wenn diese Politik ein guter Mensch mit zwei Staatsangehörigkeiten doppelt unterstützen kann, dann ist das ein Signal für Doppelstaater.

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