Europawahl 2014: Rechtsruck im EU-Parlament

Ein Rechtsruck geht durch die EU. Bei der Europawahl am Sonntag erzielten rechtsextreme und europafeindliche Parteien deutlich mehr Stimmen und feierten ihren Einzug ins EU-Parlament. Nur ein Zeichen der Politikverdrossenheit oder eine Gefahr für Europa?

Am Sonntag wählte ganz Europa das neue EU-Parlament. Viele Länder scheinen allerdings mit der europäischen Politik alles andere als zufrieden zu sein. Überall feierten rechtsextreme Parteien den Einzug nach Straßburg.

AfD mit sieben Prozent ins Europa-Parlament

Die Alternative für Deutschland (AfD) feierte gestern ebenfalls ihren Einzug ins Parlament. Sieben Prozent konnte die Partei bei ihrer ersten Europawahl auf Anhieb erzielen. Der AfD sind genau wie den anderen europäischen rechtsextremen Parteien der Euro, der Bankenrettungsschirm und die Griechenland-Rettung ein absolutes Dorn im Auge. Auch die NPD hält mit einem Sitz Einzug ins Parlament.

Die Europawahl in Zahlen und Fakten
25. Mai 2014
zurück Weiter

1 von 11

AfD-Chef Lucke kündigte nach dem Wahlerfolg allerdings an, nicht mit den rechten Parteien im Europaparlament zusammenarbeiten zu wollen. «Wir sind nicht im mindesten eine rechte Partei», sagte Lucke gegenüber Focus Online.

Blamage für Frankreich: 25 Prozent für Front National

In Frankreich legte die rechtsradikale Front National einen grandiosen Wahlerfolg hin. 25 Prozent der Stimmen konnte sie für sich gewinnen. Die französische EU-Gegnerin Marine le Pen konnte somit das Wahlergebnis ihrer Partei im Vergleich zur vorherigen Wahl mehr als verdreifachen. Das Fazit: Frankreich hat sich blamiert. Die Franzosen antworteten mit ihren Kreuzen auf den Wahlzetteln auf die schlechte Politik von Staatspräsident Francois Hollande. Sie geben ihm die Schuld an der hohen Arbeitslosigkeit wie Focus Online berichtet. Le Pen setzt klar dagegen: «Nein zu Europa, nein zum Euro und nein zu Schengen.»

FOTOS: Wahlkampf 2014 Die Plakate des Grauens
zurück Weiter Die CDU ist auf den Hund gekommen - tierisch gut oder tierisch peinlich? Das liegt wohl im Auge des Betrachters. (Foto) Foto: news.de-Screenshot (Twitter/@wahl_beobachter) Kamera

Auch in Großbritannien holte sich die rechtspopulistische und EU-feindliche Partei Ukip die Gunst der Wähler. Satte 28 Prozent konnte sie einheimsen. Wie das Handelsblatt meldete, ist der Stimmenanteil der Ukip deutlich gestiegen. Großbritannien hat im Europäischen Parlament insgesamt 73 Sitze.

Rechtsruck: Gefahr für Europa?

Experten sind der Meinung, dass der Einzug extremer Parteien wohl keinen Einfluss auf die EU haben wird. Allerdings sollten sich die sozialen und konservativen Parteien mit der Extrem-Orientierung ihrer Wähler auseinandersetzen und einer Politikverdrossenheit entgegenwirken.

VIDEO: Das denken die Deutschen
Video: zoomin

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/fro/news.de/dpa

63 Kommentare
  • Drachensteppen

    26.06.2014 15:46

    An all die, die aufrecht gegen diesen braunen Sumpf kämpfen, die aufstehen gegen Diskriminierung und Femdenhass, für all die hier eine gute Nachricht: Thomas Hartung, stellv. Landesvorsitzender der AfD ist aufgrund seiner diskriminierenden Äußerungen über Menschen mit Trisomie 21 und der daraus resultierenden massenhaften Proteste von all seinen Ämtern zurückgetreten und verzichtet auf eine Kandidatur bei den Landtagswahlen in Sachsen. Demokratie lebt!!

    Kommentar melden
  • Doc Orgas

    12.06.2014 10:30

    Dieser Beitrag wurde entfernt, da er gegen die Kommentar-Richtlinien verstößt.

  • Doc Orgas

    12.06.2014 10:29

    Dieser Beitrag wurde entfernt, da er gegen die Kommentar-Richtlinien verstößt.

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser