Kirche: Papst zu Pilgerreise im Heiligen Land

Amman - Papst Franziskus hat eine knapp dreitägige Pilgerreise ins Heilige Land begonnen. Seinen Mitreisenden versprach er auf dem Flug von Rom nach Amman eine «anstrengende Reise». In der jordanischen Hauptstadt wurde er von etwa 6000 jubelnden Menschen empfangen.

Papst zu Pilgerreise im Heiligen Land Bild: Radek Pietruszka/dpa

Das ungewöhnlich dichtgedrängte Reiseprogramm sieht nach dem Besuch Jordaniens auch die Palästinensergebiete und Israel als Reiseziele vor.

Nach der Ankunft in Amman stand zunächst ein Treffen mit König Abdullah II. auf dem Programm. Später war eine Messe in einem Stadion und eine Begegnung mit Flüchtlingen aus dem Irak und aus Syrien geplant.

Die Erwartungen an den Besuch des Papstes sind groß. Sowohl Israelis wie auch Palästinenser erhoffen sich eine Bestätigung ihrer Ansprüche auf die umkämpfte Region. Israels Tourismusminister Uzi Landau sagte, er rechne mit einem Imagegewinn für sein Land, das wegen der Siedlungs- und Besatzungspolitik zunehmend in der Kritik steht.

Die Palästinenser sehen den Papstbesuch hingegen als Bestärkung ihres Kampfes um einen eigenen Staat. Und die unter Druck stehenden christlichen Gemeinden vor Ort wünschen sich vor allem Zuspruch und Beistand des Kirchenführers.

Der Papst kennt diese Hoffnungen, versuchte aber zugleich, sie zu dämpfen. «Ausschließlich religiöse Bedeutung» habe die Reise, betonte er bei der Generalaudienz. Wichtigstes Ziel sei, an den historischen Besuch seines Vorgängers Paul VI. vor 50 Jahren zu erinnern.

Das knappe päpstliche Programm will all dem Rechnung tragen, wenn auch im Sauseschritt. In Jordanien trifft der Papst Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien, bei den Palästinensern besucht er ein Flüchtlingslager und in Israel stehen Besuche an der Klagemauer und der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem auf dem Programm.

In der Grabeskirche von Jerusalem kommt es zu der ökumenischen Begegnung mit dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., und Vertretern anderer christlicher Kirchen. Ein interreligiöses - gemeinsames - Treffen von Papst, Rabbiner und Mufti steht allerdings nicht auf dem gedrängten Programm des Kirchenführers der weltweit 1,2 Milliarden Katholiken.

news.de/dpa

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