Konflikte: Ex-Regierungschef und Yingluck stellen sich Militär in Bangkok

Bangkok - Der bis zum Militärputsch in Thailand amtierende Regierungschef Niwatthamrong Boonsongpaisan hat sich dem Militär gestellt. Er habe sich zusammen mit einigen Ex-Ministern, die der Armeechef vorgeladen hatte, am Freitag an einem Armeestandort in Bangkok eingefunden.

Ex-Regierungschef und Yingluck stellen sich Militär in Bangkok Bild: Narong Sangnak/dpa

Das berichteten örtliche Medien. Kurz darauf traf dort auch die 2011 gewählte Regierungschefin Yingluck Shinawatra ein, die das oberste Gericht vor zwei Wochen des Amtes enthoben hatte. Unklar war, ob das Militär die Politiker festnehmen wollte.

Der Militärrat, der am Donnerstag die Macht im Land übernahm, verhängte gegen 155 Politiker und Aktivisten ein Ausreiseverbot. Sie wurden alle aufgefordert, sich den Streitkräften zu stellen. Andernfalls drohe Arrest, hieß es in der Armee-Mitteilung.

Der Oppositionsführer und die Anführer der rivalisierenden Demonstrantenbündnisse waren bereits seit Donnerstag im Gewahrsam der Armee. Armeechef Prayuth Chan-ocha putschte, nachdem ein letzter Versuch der Konfliktlösung am Verhandlungstisch gescheitert war.

Die gestürzte Regierung hatte bis zuletzt auf Wahlen bestanden und sich geweigert zurückzutreten. Die Opposition, die seit November Massenproteste organisierte und die Regierungsarbeit massiv störte, verlangte eine ungewählte Regierung. Sie sollte nach ihrem Willen den Einfluss der Regierungspartei und ihrer grauen Eminenz, des im Exil lebenden Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra, eindämmen.

Deutsche Botschaft mit Warnhinweisen

news.de/dpa

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