Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 21.05.2014, 10.53 Uhr

Zwölf bekloppte Wahlplakate: Wenn sich die FDP zur Wurst macht

Kurz vor den Europa- und Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 übertreffen sich die Parteien mit kuriosen Wahlplakaten. Die FDP macht sich wahlweise zur Wurst oder zum Horst, die CDU ist auf den Hund gekommen und die SPD muss noch mal in die Rechtschreibprüfung. Das sind die skurrilsten Wahlplakate 2014.

Wahlplakate - wenn sie nicht wären, würden wohl noch weniger Menschen Notiz davon nehmen, dass sie am 25. Mai dazu aufgerufen sind, ein neues EU-Parlament zu wählen. Denn das Interesse an der diesjährigen Europawahl hält sich jüngsten Umfragen zufolge in Grenzen.

So sind die Spitzenkandidaten für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten Martin Schulz (Sozialdemokraten) und Jean-Claude Juncker (Konservative) gerade einmal 27 bzw. 15 Prozent der Wähler ein Begriff. Gut die Hälfte will gar nicht wählen gehen oder ist noch unentschieden, ob und wen sie wählen soll.

Die Europawahl in Zahlen und Fakten
25. Mai 2014
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Europawahl 2014: Was wählen wir eigentlich?

Das mag vielleicht auch daran liegen, dass viele gar nicht wissen, über was sie da abstimmen. Gewählt werden nämlich nicht etwa Schulz oder Juncker zum Präsidenten, sondern die Abgeordneten für das neue Europa-Parlament. Wer hier die Mehrheit hat, soll auch den Kommissionschef stellen, finden viele und wollen EU-Bürger mit dieser Aussicht auf Mitbestimmung zur Wahl animieren.

De facto bestimmt aber nicht das Parlament, wer das begehrte Amt besetzt. Vielmehr macht der Europäische Rat, also das Gremium der Staats- und Regierungschefs, einen Vorschlag. Sie könnten auch jemanden ins Spiel bringen, der gar nicht zur Wahl steht. Schulz und Juncker betonen, das verhindern zu wollen.

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Wahlplakate ohne Sinn und Verstand

Mehr Wähler an die Urnen locken, werden sie damit wohl nicht. Experten gehen von einer ähnlich niedrigen Wahlbeteiligung aus wie bei der vergangenen Europawahl vor fünf Jahren, als in Deutschland gerade einmal 43,4 Prozent ihr Wahlrecht wahrnahmen.

Umso wichtiger wäre es, auf Wahlplakaten mit mutigen Thesen für die eigene Partei zu werben. Doch die Budgets im Europa- und auch im Kommunalwahlkampf 2014 sind deutlich geringer als bei der Bundestagswahl. Viele Kandidaten lassen deshalb ihrer eigenen Kreativität freien Lauf, statt professionelle Werbeagenturen zu Rate zu ziehen - mit Folgen. Denn die Ergebnisse wirken oft unfreiwillig komisch und sorgen für Häme und Spott im Netz.

Der Blogger Martin Fuchs hat auf seiner Seite Hamburger Wahlbeobachter zahlreiche kuriose Wahlplakate gesammelt, die nicht nur für die Europawahl, sondern auch für verschiedene Kommunalwahlen werben sollen - ein Best-of sehen Sie in unserer Fotostrecke.

FOTOS: Wahlkampf 2014 Die Plakate des Grauens
zurück Weiter Die CDU ist auf den Hund gekommen - tierisch gut oder tierisch peinlich? Das liegt wohl im Auge des Betrachters. (Foto) Foto: news.de-Screenshot (Twitter/@wahl_beobachter) Kamera

FDP-Plakat wird zum Porno-Opfer

Nichtssagende Slogans wie «Damit Europa Chancen für alle bringt» (CDU) sind noch das kleinste Übel. Warum die Christdemokraten im Münsterland zur NRW-Kommunalwahl 2014 allerdings mit einem Hund werben, der aus «HUNDert guten Gründen» CDU wählen würde, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Auch Alexandra Thein, FDP-Kandidatin aus Berlin, hätte sich den Slogan für ihr Wahlplakat wohl besser zwei Mal überlegt. «Liebe kennt keine Grenzen» steht über ihrem Konterfei. Sie meinte wohl die Liebe zu Europa und ihrer Partei. Doch Unbekannte nahmen den Spruch wörtlich und beklebten die Plakate mit einem QR-Code, der auf einen 22-minütigen Pornostreifen verlinkte.

#Adbusting wird auf Twitter zum Volkssport

Überhaupt ist es zu einer Art Volkssport geworden, Plakate für die Europawahl zu verfremden. Unter dem Hashtag #Adbusting machen entsprechende Exemplare auf Twitter die Runde. Ein Merkel-Poster mit dem Spruch «Gemeinsam erfolgreich in Europa» wird da wahlweise zu «Mein Reich Europa» oder «NSA erfolgreich in Europa» umgetextet.

Wer ein Wahlplakat hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, könnte man meinen. Etwas Gutes haben die skurrilen Werbemittel aber: Es wird über sie gesprochen - und damit über die anstehenden Wahlen, wenn auch nicht so, wie es sich die Parteien und Kandidaten wünschen.

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zij/news.de

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