09.05.2014, 16.05 Uhr

So lebte der DDR-Staatschef: Jagd-Fan und liebevoller Opa: Die Wahrheit über Erich Honecker

Ob Jagdausflug, Bad in der Menge, Militärparade oder Staatsbesuch: Bernd Brückner war für Erich Honeckers Sicherheit zuständig, 13 Jahre lang. In seinem Buch «An Honeckers Seite» schildert er zahlreiche Anekdoten über den mächtigsten Politiker der DDR.

Bernd Brückner (65) kam im November 1976 ins Sicherungskommando Erich Honeckers (1912-1994) und war dreizehn Jahre lang für die Sicherheit des mächtigsten Mannes in der DDR zuständig. «Ich schwamm mit dem Genossen Honecker im Schwarzen Meer, begleitete ihn auf der Jagd, fuhr mit ihm Rad und lieh ihm einmal sogar meine Pistole», heißt es in Brückners neuem Buch «An Honeckers Seite» (Das Neue Berlin, 288 Seiten, 16,99 Euro). Darin verrät er auch einiges über den Privatmann Honecker und lässt hinter die Fassade blicken.

Margot Honecker fuhr morgens als Erste durchs Tor nach Berlin.»

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Honecker blieb seiner dritten Frau Margot treu

Dazu kam laut Brückner Honeckers Jagdleidenschaft. «Er ging jede Woche mindestens ein Mal, in der Regel aber drei Mal in den Wald und kehrte erst weit nach Sonnenuntergang zurück. Das war in den Sommermonaten nach 23 Uhr. Oft begleitete ihn dabei sein chilenischer Schwiegersohn Leo Yanez, den Tochter Sonja während ihres Studiums in Dresden kennengelernt hatte.»

Gerüchte, Honecker habe illegitime Beziehungen unterhalten, könne er nicht bestätigen, schreibt Brückner. «Ich stelle sie sogar in Abrede.» In den Jahren, in denen er für Honeckers Sicherheit zuständig war, habe es nicht eine Beziehung gegeben, «die auch nur annähernd Ähnlichkeit mit einer Affäre gehabt hätte.»

Enkel waren für Honecker sein Ein und Alles

«Zugegeben, Honecker wirkte nach außen verschlossen, er ließ selten Gefühle erkennen», heißt es in «An Honeckers Seite». «Dennoch war er nicht frei von Gefühlen» - auch wenn Honecker kein ausgesprochener Familienmensch gewesen sein soll, hegte er Brückner zufolge trotzdem Empfindungen für ihm nahestehende Verwandte. Merklich zugenommen habe dies, als er erstmals Großvater wurde.

1974 brachte seine Tochter Sonja ihren Sohn Roberto zur Welt. Dem temperamentvollen Kind habe der Großvater jeden Wunsch erfüllt. Am 13. Oktober 1985 kam Mariana zur Welt, das zweite Kind der Familie Yanez. «Sie wurde zu Erich Honeckers Sonnenschein.»

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