Überraschende Studie: Österreicher sehnen sich nach «starkem Führer»

Trotz nationalsozialistischer Vergangenheit wünschen sich knapp 29 Prozent der Österreicher laut einer aktuellen Studie einen «starken Führer». Und das obwohl der ehemalige NS-Diktator Adolf Hitler aus dem Alpenland stammt.

Jetzt ist es amtlich: Die Österreicher sehnen sich nach einer starken Führungsfigur. 29 Prozent stimmten in einer repräsentativen Befragung der Aussage «Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um Wahlen und Parlament kümmern muss» zu.

Mit dem Begriff «Führer» verbinden gerade wir Deutsche und auch die Österreicher Adolf Hitler. Die negative Besetzung ist allgegenwärtig. Umso mehr verwundert es, dass sich gerade die Österreicher nach einem «starken Führer» wie ihren einstigen Landsmann sehnen.

Österreicher verspüren «Führer-Sehnsucht»

Bei der Studie des Zukunftsfonds der Republik Österreich, welches wissenschaftliche Projekte zur Zeitgeschichte und zur Toleranz fördert, wurden von Januar bis Februar 1.015 Menschen befragt.

Der Historiker Oliver Rathkolb vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien versucht einen Erklärungsansatz: «Die sozio-ökonomisch verursachte Apathie führt zu einer Führer-Sehnsucht». 2007 gab es eine ähnliche Untersuchung. Vergleicht man beide, erkennt man einen «signifikanten Trend.»

Aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsmethoden lasse sich diese Entwicklung aber nicht in Prozentwerten ausdrücken, so der Historiker weiter. Fünf Antworten seien 2007 möglich gewesen, dieses mal gab es nur vier. Rechnet man die Skalen statistisch um, erhält man diesen spezifischen Trend.

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«Nationalsozialismus hat nur Schlechtes gebracht»

Außerdem wurde bei der Studie auch das Geschichtsbewusstsein zur Nazi-Diktatur abgefragt. 56 Prozent der Österreicher sind sich einig, die Diskussionen über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust sollten beendet werden. Des Weiteren ist die kritische Distanz gegenüber der NS-Zeit gewachsen. Auf die Frage «Was hat der Nationalsozialismus gebracht?» antworteten 30 Prozent «nur Schlechtes». Knapp zehn Jahre zuvor lag der Anteil hier nur bei 20 Prozent.

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bua/fro/news.de/dpa

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