Neues Buch, neuer Skandal: ARD-Verbot! Sarrazin giftet gegen das «Müsli-Milieu»

Mit seinem ersten Buch spaltete Populist Thilo Sarrazin Deutschland. In seiner neuen Streitschrift hetzt der Ex-Bundesbanker wieder gegen das deutsche Gutmenschentum. Die ARD fühlt sich offenbar angesprochen - und lud Sarrazin aus.

Mangelnde Produktivität kann man Thilo Sarrazin nicht vorwerfen. In knapp vier Jahren legte er drei dicke Sachbücher vor - und sorgte mit «Deutschland schafft sich ab» für Aufregung und Empörung wegen seiner Islamkritik und Thesen über die Vererbung von Intelligenz. Das aktuelle Buch «Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland» stellt er an diesem Montag im Haus der Bundespressekonferenz vor. Es wird vermutlich erneut heftige Reaktionen der Sarrazin-Gegner auslösen.

Im Zentrum steht die frühere Auseinandersetzung mit seinen Kritikern. Ob das Buch dem ehemaligen Berliner SPD-Finanzsenator und späteren Bundesbank-Vorstand allerdings die möglicherweise insgeheim erhoffte Rehabilitation bringen wird, ist fraglich.

Sarrazins Buch ist schon vor der Veröffentlichung ein Bestseller

Dem Erfolg bei den Lesern tut das offensichtlich keinen Abbruch. Bei Amazon stand «Der neue Tugendterror» schon vor dem Erscheinen in der Rubrik Politik auf dem ersten Platz der Bestseller-Liste, vor Nelson Mandela und Gerhard Schröder.

Vordergründig geht es dem 69-jährigen Autor um die Geißelung des deutschen Gutmenschtums, das auf moralisch korrekte Gesinnung anstatt auf Fakten setze. Bestimmte Thesen, Aussagen und Debatten seien wegen der dominierenden «Political Correctness» in öffentlichen Diskussionen nicht zulässig, schreibt Sarrazin. Durch Medien und Politik hätten sich «verdeckte Formen der (...) Kontrolle von Meinungen herausgebildet».

FOTOS: Grobmaul Thilo Sarrazin Seine markigsten Sprüche
zurück Weiter Thilo Sarrazin (Foto) Foto: dpa/news.de (Montage) Kamera

Thilo Sarrazin: «Ich habe das Müsli-Milieu beleidigt»

Dabei nimmt er konkret Bezug auf die Kritik gegen ihn: «Beleidigt hatte ich das Weltbild der Verharmloser und Schönfärber im harmoniefreudigen Müsli-Milieu. Das löste offensichtlich den Hass aus», schreibt Sarrazin. Die Folgen seien das Gegenteil einer sachlichen Auseinandersetzung gewesen. Besonders ärgert ihn: «Noch heute setzen sich die Kritiker des Buches zum allergrößten Teil aus jenen zusammen, die es nicht gelesen haben.»

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