Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier - 16.02.2014, 10.59 Uhr

Einwanderungsland total: Seite 3: Die integrieren sich nicht! Warum Deutsche in den USA verhasst waren

Der Döner ist zu einem Liebling der Deutschen geworden. Bild: dpa

Was ist mit den Hunderttausenden Deutschen, die im 19. Jahrhundert in die USA oder nach Südamerika ausgewandert sind? «Süddeutsche»-Journalist Heribert Prantl schildert in seinem Beitrag in «Ziemlich Deutsch», dass New York damals nach Berlin und Wien die Stadt mit den meisten deutschsprachigen Menschen war. Weil diese weiterhin ihre Traditionen pflegten, entstand ein regelrechter Deutschenhass. Der Vorwurf: «Die integrieren sich nicht, die bleiben unter sich!»

1859 gab es dann übrigens den ersten deutschen Sheriff.

Letzten Endes, und auch deshalb lohnt sich das Schmökern in dem «ziemlich deutschen» Büchlein, ist alles eine Frage der Perspektive. Die Berliner Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan erklärt es so: Wir müssen die Geschichte anders erzählen. Es sollte nicht heißen: Die Gastarbeiter kamen und dann sind sie dummerweise hier geblieben und jetzt haben wir ein Integrationsproblem. Sondern: Wir haben die Gastarbeiter geholt - und gemeinsam haben wir das Wirtschaftswunder erreicht!

Übrigens wissen Psychologen schon lange, dass ergiebigere Denkergebnisse erzielt werden, wenn die Sicht von Minderheiten berücksichtigt wird. Wir sind dann kreativer. Das kann dem sogenannten Standort Deutschland nur guttun.


«Ziemlich Deutsch - Betrachtungen aus dem Einwanderungsland Deutschland» kann für 4,50 Euro bei der Bundeszentrale für Politische Bildung bestellt werden.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

san/news.de

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Empfehlungen für den news.de-Leser