Krawall in Berlin Vermummte attackieren S-Bahn und Jobcenter

1. Mai
Rituale von Protest und Gewalt

Der neue revolutionäre Kampftag ist der 2. Mai in Berlin. Nachdem der 1. Mai unerwartet ruhig verlief, wurde am Tag darauf ein Anschlag auf die S-Bahn nach Potsdam verübt. Und dann attackierten Vermummte sogar das Jobcenter und die SPD-Parteizentrale.

In Berlin ist neue Gewalt aufgeflammt. Teils vermummte Täter griffen in der Nacht zum Freitag das Jobcenter mit Steinen und Farbbeuteln an. Zugleich wurde die Parteizentrale der Landes-SPD attackiert. Fensterscheiben gingen zu Bruch, Hauswände wurden mit Farbe beschmiert.

Die Polizei nahm eine 24-Jährige Frau fest, die Pflastersteine mit sich führte. Die Ermittler gehen von einem politischen Motiv aus, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Erst am Donnerstag hatten vermutlich Linksextreme einen Brandanschlag an der Bahnstrecke zwischen Berlin und Potsdam verübt. Das Feuer in einem Kabelschacht legte den Regionalverkehr lahm.

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«Verlängerter 1. Mai»

Im Bekennerschreiben wird die Tat mit der «sozial bewegten Situation im Süden Europas und auf anderen Kontinenten» begründet, die sich von der gespannten Ruhe hierzulande nicht trennen lasse. Deshalb habe man den 1. Mai verlängert und an mehreren Orten im Südwesten Berlins den Zugverkehr «sowie in Teilen die Telekommunikation stillgelegt bzw. eingeschränkt». Über weitere Anschläge oder Versuche war der Polizei jedoch zunächst nichts bekannt.

Erst Ende Februar hatte ein Kabelbrand nach einem Anschlag in der Nähe des Bahnhofs Ostkreuz den S-Bahnverkehr in Berlin erheblich gestört. Im Oktober 2011 wurden im Raum Berlin an neun Tatorten 18 Brandsätze gefunden. Auch damals lag ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppe vor. Die Täter wurden aber bis heute nicht gefasst.

Am Abend des 1. Mai hatten sich nach Angaben der Berliner Polizei etwa 9000 Demonstranten an einem Protestmarsch linker Gruppen von Kreuzberg in Richtung Regierungsviertel beteiligt. Die Demonstration war von Krawallen begleitet, die Ausschreitungen waren aber im Vergleich mit denen vergangener Jahre weniger heftig.

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wif/news.de/dpa