Der Fall Hoeneß Kein Pardon für Steuersünder

Der Fall Uli Hoeneß weitet sich zu einer riesigen Affäre aus und erschüttert Politik und Fußball gleichermaßen. Nach der Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten wegen Steuerbetrugs haben die Oppositionsparteien im Bundestag ihren Widerstand gegen die Amnestie-Regelung bekräftigt.

Prominente Steuersünder: Von Al Capone bis Zumwinkel

«Es gibt keinen ernsthaften Beleg dafür, dass die strafbefreiende Selbstanzeige Steuerhinterziehung verhindert und ‹reuige Sünder› produziert», zitiert die Leipziger Volkszeitung SPD-Fraktionsvize Joachim Poß.

Ins gleiche Horn stießen Politiker der Grünen und der Linkspartei. Die grünen Finanzexpertin Lisa Paus forderte «höhere Hürden als bisher» für die Selbstanzeige. «Wiederholungstäter dürfen nicht immer wieder von der Strafbefreiung profitieren.»

Wenn es eines Beweises bedurfte, dass Hoeneß' Selbstanzeige hohe Wellen schlägt, Prominenz und Politik liefern ihn: Kanzlerin Angela Merkel hatte sich enttäuscht von dem Bayernchef und Unternehmer Hoeneß distanziert.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger fürchtet um das Ansehen des deutschen Fußballs. HSV-Idol Uwe Seeler zeigte sich erstaunt.

Poldi, Berti, Rudi und auch der FC Bayern versuchten, Hoeneß den Rücken zu stärken. Aber selbst wenn sich Union und FDP für den Fortbestand der Steueramnestie aussprachen, auch in ihren Reihen dominieren Kritik und Erstaunen. «Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt», kritisierte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle den mutmaßlichen Steuerbetrüger. Hoeneß selbst räumte seinen schweren Fehler ein und hofft auf «reinen Tisch».

Der Ball ist im Feld der Politik

Wenn also der Fraktionsvize der FDP, Volker Wissing, die Selbstanzeige im Steuerstrafverfahren als «in ihrer bestehenden Form sachgerecht und verhältnismäßig» bezeichnete, dürfte das mehr ein Reflex sein, der Opposition kein Recht zu geben.

Die Steueraffäre beflügelt nun den Wahlkampf. SPD und Grüne warfen der Koalition den Schutz von Steuerbetrügern vor. Union und FDP wiesen dies empört zurück. Angesichts des höheren Entdeckungsrisikos offenbaren sich inzwischen mehr reuige Steuerbetrüger.

Hoeneß hatte seine Selbstanzeige mit dem Ende 2012 endgültig gescheiterten Steuerabkommen mit der Schweiz begründet. Es sah vor, auf Alt-Kapital deutscher Bankkunden in der Schweiz anonym und einmalig eine Pauschalsteuer zwischen 21 und 41 Prozent zu erheben. Schwarzgeld wäre damit legalisiert worden. Kapitalerträge sollten von 2013 an so hoch besteuert werden wie in Deutschland.

Der Bund der Steuerzahler dringt in der Debatte um Steuergerechtigkeit auf internationale Abkommen. «Nur so kann Steuerhinterziehung flächendeckend bekämpft werden», sagte Steuerzahler-Präsident Reiner Holznagel der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er betonte: «Mit vielen Ländern bestehen bereits entsprechende Abkommen, beziehungsweise es gibt einen Informationsaustausch. Was uns fehlt, ist ein Abkommen mit der Schweiz.» Holznagel kritisierte den im Bundesrat gestoppten Vorschlag für einen solchen Vertrag.

Sind Sie schon Fan von news.de auf Facebook? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

wif/kls/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (28) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ole
  • Kommentar 28
  • 25.04.2013 13:59

Bei so viel "Gebell" des "Pudels Kern" nicht zu finden ist für das Forum lanweilig! Das Thema ist nicht klimbim und seine Selbstdarstellung sondern Hoenes und seine Selbstanzeige.

Kommentar melden
  • hpklimbim
  • Kommentar 27
  • 25.04.2013 10:20

@K26 - Das merkt man an Ihren Kommentaren recht deutlich. Auch weil Sie sich recht selten mit Sachverhalten, dafür aber umso häufiger mit Ihnen missliebigen Kommentatoren befassen. Bei kaum einer anderen Gelegenheit offenbart sich der Stillstand des jeweiligen Geistes so schnell. Weil der einfach nichts Brauchbares zur Sache auf der Platte hat.......

Kommentar melden
  • Ole
  • Kommentar 26
  • 25.04.2013 10:01

Den eigenen Verstand hinterfragen und immer zu den gleichen Aussagen zu kommen ist Stillstand!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig