Kein Vergeben Brixton feiert Thatchers Tod

1981 rebellierte Brixton gegen die harte Hand der «Eisernen Lady». Auch 32 Jahren danach gibt es keine Vergeben oder Vergessen. Der Tod der Ex-Premierministerin Margaret Thatchers wird im Süden Londons ungeniert mit Sekt begossen. «Freut euch - Thatcher ist tot», lautet das böse Motto.

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Das ist nicht die feine englische Art! 200 Londoner lassen im Stadtteil Brixton die Korken knallen, verbrennen Bilder von Margaret Thatcher. Auf Transparenten und Schildern stehen wüste Beschimpfungen der früheren Premierministerin, die am Montag im Alter von 87 Jahren verstarb.

Der Bergbaugewerkschafter David Hopper kommentiert die Nachricht von Thatchers Tod herb: «Das ist ein wunderbarer Tag, ich bin absolut erfreut. Heute ist mein 70. Geburtstag, und es ist einer der besten, die ich je hatte.»

Das alternative raue Viertel Brixton ist regelrecht aus dem Häuschen. Eine echte Heimat des Punk. «Thatcher war Terror ohne einen Funken Menschlichkeit», urteilt der Musiker Morrissey. Nur wenige Sentimentalisten, die nicht unter ihr gelitten hätten, könnten ihrer gedenken, so der Sänger von The Smiths.

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Toternste Feindschaft

Aber auch andere Musiker engagierten sich schon zu Thatchers Zeit gegen sie, machten Wahlkampf für die Labourparty (Arbeiterpartei). Und es entstanden unfeine Lieder, die sie unter anderem aufs Schafott wünschten. Billy Bragg nannte Thatcher seine größte Inspiration. Aktuell kursieren zynische Listen im Netz mit Songs, die garantiert nicht auf Thatchers Trauerfeier gespielt werden.

Auch in Glasgow wurde das Ableben der «Eisernen Lady» mit Freude aufgenommen. Damit wird gut vorstellbar, wie sehr der unnachgiebige Regierungsstil Thatchers, ihre Privatisierungspolitik und Sozialkürzungen das Land und die englische Gesellschaft vor dreißig Jahren in Wallung brachte.

Neben den gewaltsamen Krawallen in Brixton (1981), die auch auf andere Städte übergriffen, verfehlte sie eine IRA-Bombe nur knapp (1984). Und der legendäre Bergarbeiterstreik (1984/85) dauerte über ein Jahr, ehe der neoliberale «Thatcherismus» gesiegt hatte.

Auch heute wird Margaret Thatcher, die Hass-Figur der englischen Linken, eher geachtet als geliebt. Eine Umfrage im Auftrag des Guardian ergab, dass die frühere Premierministerin Großbritannien auch nach ihrem Tod spaltet. 50 Prozent der Befragten gaben an, Thatcher sei gut für das Land gewesen, die Hälfte davon beurteilte sie sogar «sehr gut». 20 Prozent bescheinigten Thatcher einen «sehr schlechten» Einfluss, weitere 15 Prozent beurteilten sie negativ.

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 1
  • 10.04.2013 04:21

??? Warum ist das ein boeses Motto ??? Die sehr schoene Party sollte ueberall statfinden nicht nur in London , ich habe auch schon ein Glaeschen auf Ihren Tod getrunken !

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