FDP in Wallung Hat Brüderle wirklich gegrabscht?

Rösler, Bahr & Co.
Die Köpfe der FDP

Von Doris Berve-Schucht
Rainer Brüderle als Schwerenöter? Mit Verwunderung und Kritik haben liberale Politiker haben auf Sexismus-Vorwürfe gegen ihren Fraktionschef Rainer Brüderle reagiert. Er soll eine junge Journalistin mehrfach anzüglich angesprochen haben und zudringlich geworden sein. Bis jetzt schweigt er dazu.

Der Spitzenkadidat der FDP für die Bundestagswahl soll also auch im normalen Leben ein spitzer Kandidat sein. Das behauptet jedenfalls eine Stern-Journalistin, die von Fraktions-Chef Rainer Brüderle belästigt worden sei.

Die Fraktion zeigt sich verwundert und gibt Brüderle Rückendeckung. Der FDP-Politiker Rainer Stinner sagte im Deutschlandfunk, er halte es für unprofessionell, dass die Journalistin diese Vorwürfe genau dann herauskrame, wenn Brüderle eine herausragende Position in der Partei übernehme. «Das ist so durchsichtig und das ist so primitiv, dass ich sage, das fällt eher auf den Journalismus des Stern zurück als auf Rainer Brüderle», sagte der außenpolitische Sprecher.

FDP wundert sich

Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der FDP-Frauenorganisation, Doris Buchholz: «Ich weiß nicht, warum die Journalistin ein ganzes Jahr wartet und jetzt so eine Story daraus macht», sagte sie in Berlin. «Da reagiere ich doch sofort.»

Der thüringische FDP-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Patrick Kurth, meinte: «Das riecht nach Inszenierung statt Recherche». Der Mitteldeutschen Zeitung sagte er, es gebe für die Darstellung keine Belege und keine Zeugen.

Politiker und ihre Berufe
Vom Taxifahrer zum Außenminister

Der Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken, vermisste dagegen eine Stellungnahme des FDP-Politikers: «Die Veröffentlichung wirft kein gutes Licht auf Rainer Brüderle. Es ist schon verwunderlich, dass er dazu noch keine Stellung bezogen hat.» Aus der Pressestelle der Fraktion hieß es lediglich: «Kein Kommentar.»

Ein Schwätzchen in der Hotelbar

Die Stern-Journalistin Laura Himmelreich wird in der aktuellen Ausgabe des Magazins in einem mehrseitigen Artikel unter anderem mit der Darstellung zitiert, Brüderle habe in einer Hotelbar während eines Gesprächs über das Oktoberfest in München auf ihren Busen geguckt und gesagt: «Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.» Im Verlauf des Gesprächs sagt Brüderle demnach auch: «Politiker verfallen doch alle Journalistinnen.» Nach Mitternacht verabschiedet sich Brüderle von anderen Gästen der Hotelbar und «steuert mit seinem Gesicht sehr nah auf mein Gesicht zu», schildert Himmelreich. Brüderles Sprecherin habe ihn aus der Bar geführt und zu ihr gesagt: «Das tut mir leid», berichtet die Journalistin.

sca/news.de/dapd

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Lüstling
  • Kommentar 6
  • 28.01.2013 01:39

Schlimm, wenn er nicht gegrabst hat. Schade um jede vertane Gelegenheit. Weiter so, Rainer! Du hast meine volle Symphatie! Wo gibt es noch züchtige Frauen? Prostituieren sich alle naselang und machen hernach ein lautes Geschrei! Das sieht denen ähnlich? Wo gibt es noch die züchtige Frau von vor 60 Jahren??

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  • Agnes Müller-Lang
  • Kommentar 5
  • 27.01.2013 12:43

Gibt es denn zurzeit keine anderen schlagkräftigen Themen?!Dass Brüderle als Rheinländer auch mal sein Späßle macht, weiß doch jeder. Ich finde die ganze Diskussion wegen des "Dirndl-Ausschnitt"-Zitats sehr merkwürdig, warum grade jetzt?

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  • Putinfreund
  • Kommentar 4
  • 26.01.2013 07:53

Ne, sowat tut der nich! I En ganz Anständigen! Sischer! Hat nu wieda ooch ne Wahl jewonnen in Niedersachsen. Ei, so eener macht det nischt! Ne, nich Brüderle? Is der nich och warm? Sischer!

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