Schavans Plagiate Schon wieder ein «Doktor» weniger?

Plagiatsaffären
Zum Doktor geschummelt
Schavan wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe. (Foto) Zur Fotostrecke

Wie viel Bildung hat die Bildungsministerin wirklich? Zumindest um ihren Doktor ist es jetzt nicht mehr gut bestellt: Die Universität Düsseldorf eröffnet offiziell das Verfahren zum Entzug des Titels. Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder fordert derweil den Rücktritt der Bildungsministerin...

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) droht die Aberkennung ihres Doktortitels. Die Universität Düsseldorf eröffnet offiziell ein Verfahren zum Entzug des Titels, den Schavan vor mehr als 30 Jahren erworben hat. Das teilte der Vorsitzende des Rats der Philosophischen Fakultät, Professor Bruno Bleckmann, mit. Der Fakultätsrat habe in geheimer Abstimmung mit 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung für die Einleitung des Hauptverfahrens gestimmt.

Die Auffälligkeiten in Schavans Doktorarbeit waren von anonymen Betreibern der Website Schavanplag entdeckt worden. Ihr wird vorgeworfen, in ihrer 1980 verfassten Dissertation Textpassagen unsauber übernommen und Quellen nicht klar gekennzeichnet zu haben. Sie selbst bestreitet die Vorwürfe.

Plagiatsjäger Heidingsfelder fordert Rücktritt

Einen Rücktritt der Bundesbildungsministerin fordert Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder in der Affäre. Der Gründer der Webseite VroniPlag, auf der Doktorarbeiten nach Plagiaten durchsucht werden, ist der Ansicht, dass es klar erwiesen ist, dass Schavan unsauber gearbeitet habe. «Das ist untragbar», sagte das ehemalige SPD-Mitglied, das inzwischen der Piratenpartei angehört, am Dienstagabend der Nachrichtenagentur dapd. Das gelte speziell für eine Bildungsministerin, die ein Vorbild sein sollte.

Comebacks
Politische Stehaufmännchen
Nach seinem Rücktritt wegen der Plagiatsaffäre startet Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Amerika durch. (Foto) Zur Fotostrecke

Heidingsfelder will sowohl in der Doktorarbeit als auch in drei weiteren Büchern der CDU-Politikerin Plagiate entdeckt haben. Ein Werk stamme aus dem Jahr 2002. «Da ist nichts verjährt.» Manche der mutmaßlichen Plagiate hätten sich wiederholt. Dass die Universität Düsseldorf nun die Einleitung des Hauptverfahrens beschlossen hat, findet Heidingsfelder «mutig». Der Druck auch von Forschungseinrichtungen sei zuletzt sehr groß gewesen.

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les/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 2
  • 23.01.2013 12:52

Nicht nur in der Politik gibt es so was ,überall macht man dies ja .Schavan hat sich dies dann selbst zu zu schreiben .Sie hat nicht rechtens gehandelt bei der Doktorarbeit ,also dann muß der Titel weg .Sie hat sich dann mit fremden Federn geschmückt .Mensch ,man kann doch auch ohne Titel Wissen haben und auch leben .Wer auf dem Eis tanzt weiß doch ,daß Eis schmilzt ,dann bricht man ein . Das Geschrei ist dann groß bei diesen Leuten .Gehen dann auf Tauchstation ,feige ist dies .

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  • ufs
  • Kommentar 1
  • 23.01.2013 10:17

Wie ?Annette Schavan ist auch nicht schlauer als Tante Emma?

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