Wahl in Niedersachsen Rot-Grün siegt hauchdünn

Die CDU ist stärkste Kraft und die FDP deutlich im Landtag vertreten. Dennoch ist Schwarz-Gelb in Niedersachsen Geschichte. Rot-Grün liegt mit einem Wimpernschlag vorn - ein Sitz mehr reicht zum Regierungswechsel.

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Schwarz-Gelb ist mit einer schmerzhaften Niederlage in das Bundestagswahljahr gestartet. Niedersachsen wird künftig von Rot-Grün regiert!

Die CDU/FDP-Koalition von Ministerpräsident David McAllister ist nach zehn Jahren abgewählt. Nach der Landtagswahl vom Sonntag haben SPD und Grüne im Parlament allerdings nur eine Stimme Mehrheit. Neuer Ministerpräsident wird der bisherige hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil.

Die Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Entscheidung im Bund im Herbst. Am heutigen Montag beraten die Parteigremien in Berlin und Hannover über die Konsequenzen. In der FDP ging es in der Personaldiskussion um Parteichef Philipp Rösler bereits hoch her. Mehr dazu lesen Sie hier.

Das vorläufige Endergebnis:

Die CDU verlor 6,5 Punkte, blieb aber mit 36,0 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD, die auf 32,6 Prozent (plus 2,3) kam. Die Grünen erzielten 13,7 Prozent (plus 5,7), die FDP erreichte 9,9 (plus 1,7) und die Linke 3,1 Prozent (minus 4,0). Mit Überhang- und Ausgleichsmandaten ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU: 54; SPD: 49; Grüne: 20; FDP: 14.

Das bedeutet eine Ein-Stimmen-Mehrheit im neuen Landtag für Rot-Grün gegenüber Schwarz-Gelb mit 69 zu 68 Mandaten!

Mit dem Sieg macht Rot-Grün acht Monate vor der Bundestagswahl eine Kampfansage an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schwarz-Gelb in Berlin. Der in der Kritik stehende SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erhält neuen Auftrieb.

FDP und Grüne erzielten jeweils ihre besten Ergebnisse bei einer Landtagswahl in Niedersachsen. Stundenlang sah es am Wahlabend in den Hochrechnungen nach einem Patt oder knappen Sieg von Schwarz-Gelb aus. Die CDU fuhr aufgrund einer massiven FDP-Zweitstimmenkampagne eines ihrer schlechtesten Ergebnisse ein. Die Linke flog aus dem Landtag, auch die Piraten scheiterten klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung stieg leicht auf 59,4 Prozent.

Die Reaktionen:

Wahlsieger Weil (54) erklärte, er werde auch mit nur einer Stimme Mehrheit im Landtag regieren. «Ich freue mich jetzt auf fünf Jahre Rot-Grün.» McAllister (42) beanspruchte die Regierungsbildung für sich und kündigte an: «Wenn es nicht reicht für eine Fortsetzung des Bündnisses von CDU und FDP, würden wir als stärkste Kraft mit allen politischen Parteien Gespräche führen. Natürlich auch mit der SPD.» Der CDU-Politiker hatte die Landesregierung 2010 nach der Wahl seines Vorgängers Christian Wulff zum Bundespräsidenten übernommen.

Die FDP mit Umweltminister Stefan Birkner an der Spitze hatte im Wahlkampf vehement um Zweitstimmen von CDU-Wählern geworben - mit Erfolg. Die Forschungsgruppe Wahlen sprach von einem «Last-Minute-Transfer im schwarz-gelben Lager»: 80 Prozent der aktuellen FDP-Wähler wählten eigentlich CDU. Am Ende verteidigte die FDP nach Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen den dritten Landtag in Folge. Das sei auch ein Erfolg Röslers, sagte Generalsekretär Patrick Döring.

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Steinbrück gesteht Fehler ein

Die Niedersachsen-SPD litt unter fehlendem Rückenwind aus Berlin, wo Steinbrück seit Wochen wegen seiner Nebenverdienste und Äußerungen zum Kanzlergehalt in der Kritik steht und in den Umfragen abgestürzt ist. Steinbrück räumte ein, dass es aus Berlin keine Unterstützung für Hannover gegeben habe:

«Es ist mir auch bewusst, dass ich maßgeblich dafür eine gewisse Mitverantwortung trage.»

Gleichwohl stärkte Parteichef Sigmar Gabriel ihm den Rücken: «Was wären wir für ein jämmerlicher Haufen, wenn wir gleich den Kandidaten auswechseln würden, wenn der Wind mal von vorne kommt.»

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zij/news.de/dpa

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Leserkommentare (140) Jetzt Artikel kommentieren
  • Siegfried Kunze
  • Kommentar 140
  • 14.02.2013 13:42
Antwort auf Kommentar 139

Na dann soll der "große" Krieger mal ins nächste Minenfeld springen, den Schrott räumen wir dann später weg! Wie viel Ragna-Witze gibt es eigentlich? Nicht einen, es ist alles wahr!!

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 139
  • 14.02.2013 12:25

ER hat viel Verständnis für Insassen ideologischer Gefängnisse. Nicht für die geistigen Gefängniswärter. Andererseits sind die Insassen der Verknechtungseinrichtungen auch Täter. Ihre Entmündigung ist auch selbstverschuldet. Ein großer Teil der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist die fatale Weltsicht zurückzuführen, nach der Untaten gerechtfertigt sind, weil sie mit der richtigen Motivation begangen wurden.ER greift diese Motivation an, weil der Zweck nicht stets das Mittel rechtfertigt.Wenn das kindisch sein sollte,dann wäre das sehr gut. Gleichwohl gilt: ER führt Kriege, nicht Prozesse.

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  • Siegfried Kunze
  • Kommentar 138
  • 14.02.2013 12:03

Rag als großer "Experimentator", na, dann pass mal auf, dass nichts nach hinten losgeht! Ich komme mir vor wie beim "Zauberlehrling" oder gibst Du vor der "Meister" zu sein? Rag, Du merkst nicht mal wie wie kindisch und lächerlich Du hier agierst. Daran kann auch Dein in Ansätzen eloquenter Stil nichts ändern. Mist wird nicht dadurch besser wenn man ihn in einen goldenen Trog packt. (vulgär:aus Scheiße werden keine Bonbons!) Wie verfährt man mit diesem Irren? Ganz einfach in eine geschlossene Anstalt verbringen und den Schlüssel wegwerfen! Als Popanz machst Du dich aber ganz gut!

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