Plagiatsvorwurf Schavan hat nicht absichtlich getäuscht

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Zum Doktor geschummelt
Schavan wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe. (Foto) Zur Fotostrecke

Die Universität Düsseldorf mildert ihren Plagiatsvorwurf gegen Bildungsministerin Annette Schavan ab. Sie habe nicht absichtlich getäuscht, heißt es. Gründe, ihr den Doktortitel abzuerkennen, sehen die Gutachter dennoch.

Die Universität Düsseldorf hat nach einem Zeitungsbericht den Plagiatsvorwurf gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) abgeschwächt.

Den Vorwurf, Schavan habe in ihrer Doktorarbeit absichtlich getäuscht, erhebe die zuständige Promotionskommission nicht mehr, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Allerdings spreche sich die Kommission weiter dafür aus, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten. Denn Schavan habe durchaus in Kauf genommen, mit ihrer Zitierweise gegen gängige Regeln wissenschaftlichen Arbeitens zu verstoßen.

Ein interner Prüfbericht, der im vergangenen Oktober bekannt wurde, hatte Schavan eine «leitende Täuschungsabsicht» bescheinigt. Schavan empfindet das als besonders ehrenrührig - und hat den Vorwurf zurückgewiesen.

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Am Dienstag entscheidet der Rat der Philosophischen Fakultät darüber, ob ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels offiziell eröffnet wird.

Schavan wird vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit fremde Textpassagen ohne sauberen Nachweis übernommen zu haben. Schavan hatte die Dissertation vor 33 Jahren veröffentlicht.

Die Ministerin gibt sich kurz vor der Vorentscheidung der Düsseldorfer Universität kämpferisch. Sie will auch dann wieder für den Bundestag kandidieren, wenn der Fakultätsrat der Hochschule ein Verfahren einleiten sollte:

«Ich trete am 25. Januar an. Das bin ich der Wissenschaft schuldig», sagte die 57-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Ihr CDU-Kreisverband Ulm/Alb-Donau will sie in jedem Fall nominieren.

In Unionskreisen hieß es, verliere Schavan ihren Doktortitel, werde sie im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schwer zu halten sein. Die Eröffnung eines Verfahrens sei aber noch kein Rücktrittsgrund. Allerdings gilt Schavan auch dann gerade als Bundesbildungsministerin als angeschlagen.

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zij/news.de/dpa

Leserkommentare (14) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 14
  • 23.01.2013 13:05
Antwort auf Kommentar 13

Zur Information : Es gibt auch Menschen ,die sich als Arzt ausgaben und sich durchgeschummelt haben .Bekannt ist dies doch .War doch auch ein Skandal vor Jahren ,daß manche zum Dr. gemacht wurden mit Geld in der Medizin . Es gibt überall schwarze Schafe -in jeder Berufsordnung .

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 13
  • 20.01.2013 18:41
Antwort auf Kommentar 9

Widerspruch. Ein Arzt hat ein Studium hinter sich, das Teile der Chemie und der Biologie ausschneidet, die nach aller Erfahrung für die Menschenheilkunde wichtig sind. In den geisteswissenschaftlichen Fächern geht es aber um etwas ganz anderes. Deswegen ist das Arztbeispiel falsch. Vielmehr wäre zu fragen, ob ein Theologe eine Doktorarbeit braucht, um einen Fingerzeig auf Gott leisten zu können. Mal unabhängig davon, dass er das nicht kann, ist es ein Treppenwitz, diese Qualifikation zu unterstellen, weil er gekonnt zitiert. Aber wenn er das nicht einmal kann, dann ists zappenduster.

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  • dieter
  • Kommentar 12
  • 20.01.2013 14:27

wer schon abschreibt und dann besonders gut aussehen möchte und seine dissertation dann auch veröffentlicht,der muss seine mitmenschen für nicht besonders klug zu halten und hat in sofern recht,denn das sowas ans tageslicht kommt,ist doch sehr gering und alle die ihre doktorarbeit in ihrer schublade haben,sind die cleveren.

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