Tod mit 69 Trauer um Peter Struck

Knapp drei Jahrzehnte saß er im Parlament, sorgte mit Volker Kauder für den Zusammenhalt der großen Koalition und wurde als Verteidigungsminister geschätzt. Im Alter von 69 Jahren ist der SPD-Politiker Peter Struck unerwartet in Berlin gestorben.

Der ehemalige Verteidigungsminister und SPD-Politiker Peter Struck ist tot. Er starb nach Informationen seiner Familie am Mittwoch im Alter von 69 Jahren im Berliner Krankenhaus Charité. Dorthin war er am Dienstag mit einem schweren Herzinfarkt gebracht worden. Struck war erst zu Beginn der Woche als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden. Der für seine oft knorrige und direkte Art bekannte Politiker wäre am 24. Januar 70 Jahre alt geworden.

Der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag hatte schon vor einigen Jahren einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall erlitten, sich jedoch davon weitgehend wieder erholt. Nach dem Rücktritt von Rudolf Scharping wurde Struck im Jahr 2002 Verteidigungsminister und prägte den Satz: «Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt». Er verschaffte sich bei Rekruten und Generälen viel Anerkennung und Respekt in seiner Amtszeit.

Strucks Markenzeichen waren neben Glatze und Schnauzbart die Pfeife im Mund. Knapp drei Jahrzehnte saß er im Parlament, von 1998 bis 2002 und erneut von 2005 bis 2009 war er Fraktionsvorsitzender. Nach dem rot-grünen Machtwechsel 1998 wäre Struck auch gerne bei Gerhard Schröder Kanzleramtschef geworden. 48 Jahre war er SPD-Mitglied.

Mit Unionsfraktionschef Volker Kauder bildete er in der großen Koalition ein erfolgreiches Gespann, um das Bündnis von SPD und CDU/CSU auch in Krisen zusammenzuhalten. Zu Strucks großen Leidenschaften außerhalb der Politik gehörte das Motorradfahren.

Der gebürtige Göttinger studierte Jura, nach der Promotion zum Dr. jur. mit einer Arbeit über Jugenddelinquenz und Alkohol war er in der Hamburger Verwaltung tätig. Struck zog 1980 erstmals in den Bundestag ein, wo er 29 Jahre lang seinen Wahlkreis Celle/Uelzen vertrat. Von 1990 bis 1998 fungierte er als Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Dass er sich auch von der CDU-Vorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel den Mund nicht verbieten ließ («Die CDU kann mich mal»), verschaffte Struck in der SPD während der großen Koalition viel Autorität. Die schwierig zu führende Fraktion stand fast immer geschlossen hinter ihm - geschätzt wurde besonders seine Geradlinigkeit.

ham/loc/news.de/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • hpklimbim
  • Kommentar 2
  • 23.12.2012 12:02

Struck habe ich als Politiker betrachtet, der Werte verkörperte. Und sich nicht anpasste. Von seiner Sorte haben wir immer weniger.

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  • Iso-Matte
  • Kommentar 1
  • 22.12.2012 13:55

Einer der sich durch Gradlinigkeit Respekt und Ansehen erwanb.

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