Eliten setzen auf Merkel Wirtschaft watscht Steinbrück böse ab

Der SPD-Kanzlerkandidat hat das Nachsehen, und das gleich in doppelter Hinsicht: Führungskräfte aus der Wirtschaft rügen Peer Steinbrück nicht nur für seine Steuerpläne, sondern favorisieren in einer Umfrage auch noch Angela Merkel als jetzige und künftige Kanzlerin.

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück muss sich wegen seiner Steuerpläne wachsender Kritik aus der Wirtschaft erwehren. Führende Verbandsvertreter geißelten am Dienstag die Vorhaben als wachstumsfeindlich. Die Eliten aus Wirtschaft und Politik setzen derweil klar auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie das Elite-Panel des Wirtschaftsmagazins Capital ausweist.

Steinbrück hatte auf dem SPD-Sonderparteitag in Hannover angekündigt, die SPD wolle «einige Steuern für einige» erhöhen. So soll der Spitzensteuersatz auf 49 Prozent steigen, Kapitalerträge sollen höher besteuert und die Vermögensteuer reaktiviert werden. Mit den Zusatzeinnahmen will die SPD unter anderem mehr für die Bildung, Sicherheit und Kultur tun. Steinbrück hatte zugleich betont, die Steuererhöhungen sollten so gestaltet sein, dass Mittelständler und Familienbetriebe nicht zusätzlich belastet werden.

Steinbrücks Pläne sind «wachstumsfeindlich»

Die Wirtschaft steht den Vorhaben dennoch skeptisch gegenüber. Als «hochgradig schädlich für die Wirtschaft», hatte bereits Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Pläne gegeißelt und «deutliche Korrekturen» verlangt. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, legte nun nach. Er sagte Spiegel Online: «In Zeiten von Steuereinnahmen auf Rekordniveau halte ich es für völlig falsch, über Steuererhöhungen nachzudenken.» Der Staat habe ein Ausgaben-, kein Einnahmeproblem. Eine Vermögensteuer und ein höherer Spitzensteuersatz würden das Eigenkapital gerade mittelständischer Firmen belasten, warnte er.

Die neue Chefin des Verbands der Jungen Unternehmer, Lencke Wischhusen, warnte ebenfalls vor solchen Überlegungen. «Steinbrück bedient Neidreflexe, indem er die Besteuerung von Vermögen und Personenunternehmen ganz oben auf die Agenda setzt», sagte sie dem Portal. Diese «wachstumsfeindliche Politik» nehme aber Unternehmen die Möglichkeit, zu investieren, Eigenkapital aufzubauen und so langfristig Arbeitsplätze zu schaffen.

Führungskräfte setzen auf Merkel

Bei den Führungskräften aus Wirtschaft und Politik hat Steinbrück generell das Nachsehen. Die im Capital-Elite-Panel befragten 500 Führungskräfte setzen zu 79 Prozent auf Angela Merkel als künftige Kanzlerin. Nur 18 Prozent favorisieren Steinbrück. Sowohl Merkel als auch Steinbrück werden hohe Werte bei Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit bescheinigt.

Nur beim Charisma liegt Merkel deutlich hinter dem SPD-Herausforderer, dafür hat die CDU-Chefin im Gegensatz zu Steinbrück aus Sicht der Eliten ihre Partei hinter sich. 83 Prozent meinen, Merkel bestimme den Kurs ihrer Partei, nur 7 Prozent glauben dies von Steinbrück. Für die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, ist dies ein wesentlicher Punkt bei der Wahlentscheidung.

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zij/news.de/dapd

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Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • RLS
  • Kommentar 6
  • 21.12.2012 18:30

Liebe News.de Nicht die Elite setzt auf Angelika Merkel, sondern asoziale Ärsche, die keine Probleme damit haben, dass jedes fünfte Kind in Armut lebt. Und Hundt ist dass grösste asoziale Arsch. In der Sendung "Ein Herz für Kinder" können sie dann wieder ihre Nächstenliebe heucheln. Dieser Kommentar wird vermutlich nicht gedruckt, aber warum sollte sich auch jemals etwas ändern in der Geschichte der Menschheit. Wer die Wahrheit sagt, muss Sterben. "Sokrates"

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  • putinfanatiker
  • Kommentar 5
  • 21.12.2012 14:59
Antwort auf Kommentar 1

Und unsere Angi wird WIEDER KANZLERIN dafuer druecke ich IHR PERSOENLICH DIE DAUMEN ES GRUESST GANZ GANZ HERZLICH ein Deutscher Staatsbuerger ,lebend in der wunderschoenen RUSSISCHEN FOERDERATION !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • hpklimbim
  • Kommentar 4
  • 19.12.2012 05:53

So ganz allmählich bringt man die Sache mit dem Kanzlerkandidaten S. auf den Punkt. Die Wirtschaft mahnt ihn ab, weil er noch unglaubwürdiger ist als Merkel. Diie wachsamen Wähler stellen zunehmend fest, dass er von seinem persönlichen Wahlergebnis her gar keinen Anspruch auf einen Platz als Spitzenkandidat einer Partei hat. Was also wollte die SPD mit dieser Kandidatenflasche? Da bleibt dann als eine von wenigen Möglichkeiten nur die Wahl von Merkel übrig. Und die fehlende Auswahl von Alternativen erklärt die zunehmende Verarmung dieses Landes. Geistig und wirtschatlich auf jeden Fall.

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