Neue Studie Jeder dritte Deutsche ist ausländerfeindlich

Jamel
National befreite Zone
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Erschreckend viele Deutsche denken rechts: Ein Sechstel findet, Deutsche seien anderen Menschen überlegen und ein Drittel ist Ausländern negativ gesinnt, stellt eine Studie fest. Im Osten Deutschland hat demnach jeder sechste eine rechtsextremistische Einstellung - doppelt so viele wie 2006.

In den ostdeutschen Bundesländern breitet sich rechtsextremes Gedankengut massiv aus. Das hat zumindest eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung ergeben. Seit 2006 hat sich die Anteil der Personen mit rechtsextremem Weltbild dort von 6,6 auf 15,8 Prozent mehr als verdoppelt. In Westdeutschland sei diese Gruppe von 9,1 auf 7,3 Prozent geschrumpft.

Bezogen auf ganz Deutschland ist in den vergangenen beiden Jahren ein Anstieg rechtsextremen Denkens von 8,2 auf 9 Prozent zu verzeichnen.

Ein Drittel der Deutschen ist ausländerfeindlich

Der Aussage «Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen» stimmten 53,9 Prozent der Ostdeutschen und 31,4 Prozent der Westdeutschen zu. Insgesamt bedeutet das, dass mehr als ein Drittel der Deutschen ausländerfeindlich denken. Den Satz «Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet» fanden immer noch fast 44 Prozent der Ostdeutschen richtig, im Westen stimmten 35,6 Prozent zu.

In diesem Tenor geht es weiter. 22,7 Prozent der Ost- und 16,5 Prozent der Westdeutschen finden der Studie zufolge: «Eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen», fast 20 Prozent meinen gar, «Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß» - dies denken übrigens mehr West- als Ostdeutsche. Auch der Aussage: «Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert» stimmten 12,4 Prozent der Ostdeutschen und 9,5 Prozent der Westdeutschen zu.

Die Studie schlüsselt die Gesinnung auch nach Geschlecht, Alter und Einkommen auf. Demnach sind mehr Frauen als Männer «deutsch» gesinnt, ausländerfeindliches, antisemitisches und deutsches Überlegenheitsdenken nimmt mit dem Alter zu und ist bei Arbeitslosen stärker verbreitet als unter Erwerbstätigen.

Als Grundlage für die Studie wurden im Sommer 2415 deutsche Staatsangehörigen sowie 95 Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft vom Berliner Meinungsforschungsinstitut Usuma befragt.

iwi/news.de/dapd

Leserkommentare (19) Jetzt Artikel kommentieren
  • Malte
  • Kommentar 19
  • 27.11.2012 16:39
Antwort auf Kommentar 18

Ich denke nicht daran! Sie tun hier so, als würden Sie beide Seiten verurteilen, Sprachduktus und Inhalt sprechen eine andere Sprache!

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  • X
  • Kommentar 18
  • 15.11.2012 08:32

Sie unterstellen. Nicht angeblich. Und relativieren. Wiederholt. Mord bleibt Mord. Daran ändert auch Ihre Litanei nichts. Empathiebefreites Repetieren eines ideologischen Mantras steht für Armut und ist bedauernswert. Und heuchlerisch. Gleich welcher Richtung. Können Sie das umsetzen?

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  • Malte
  • Kommentar 17
  • 14.11.2012 22:02

@X: Warum regen Sie sich so auf? Sollten Sie sich auf meine angebliche Unterstellung angesprochen fühlen, hilft nur eine klare Distanzierung von der Terrorgruppe NSU und anderer krimineller rassistisch motivierten Tätern. Dies ist in diesem Forum jedoch noch nie geschehen. Und bitte nun keine durchsichtige Gegenrechnung der linken Taten!

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