Obama versus Romney Ein Sieg ohne Bedeutung

Er wurde seiner Favoritenrolle gerecht: Laut Umfragen hat Obama das dritte TV-Duell gegen Romney für sich entschieden. Dieser ging auf Nummer sicher, zeigte sich überraschend zahm und demonstrierte Einigkeit. Damit hat er erreicht, was er wollte: Schaden abgewandt und die Wahl offen gehalten.

Obama versus Romney: Die Show der Präsidentschaftskandidaten
zurück Weiter Am frühen Morgen des 7. November steht fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Vier weitere Jahre», schreibt er auf Twitter und sendet ein Bild von sich und seiner Frau. (Foto) Zur Fotostrecke Foto: dpa/Steve Pope/Archiv

Mitt Romney hatte sich für das dritte TV-Duell gegen Präsident Barack Obama eine Strategie zurechtgelegt. Der Republikaner weiß um den Erfahrungsvorsprung des Präsidenten auf dem Gebiet der Außenpolitik und er weiß auch, dass seine eigene Stärken woanders liegen. Die Devise lautete deshalb: keine Angriffspunkte bieten, ruhig bleiben, besonnen wirken und sich bloß keinen Patzer wie zuletzt beim Thema Bengasi leisten.

Das kam dann auch überraschend kurz zur Sprache. Romney hielt sich mit Vorwürfen zurück, lobte den Gegner sogar stellenweise und offenbarte dabei, dass die außenpolitischen Ziele so verschieden nicht sind. Die Gewalt im Nahen Osten bändigen, das Atomprogramm des Iran stoppen, Handelsmacht China disziplinieren - das schreiben sich sowohl Obama als auch Romney auf die Fahnen, auch wenn ihre Strategien hier und da differieren. Details blieben beide erneut schuldig.

So war es Obama, der einmal mehr auf Angriff spielte. «Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch», sagte er, warf Romney erneut Wankelmut vor und stellte dessen Glaubwürdigkeit in Frage. «Na ja, Gouverneur, wir haben auch weniger Pferde und weniger Bajonette», maßregelte er Romney wie einen Schüler, als dieser die dezimierte Marine beklagte. Der Präsident landete damit zwar den Satz des Abends, der auf Twitter zum Hit wurde. Doch die Provokation perlte an Romney ab. Ein Konter blieb wie so oft an diesem Abend aus.

Romney punktet bei Innenpolitik

Das kann man dem Herausforderer vorwerfen oder man kann es ihm hoch anrechnen; man kann sagen, er habe auf Obamas Angriffe keine Antwort gewusst oder sie ins Leere laufen lassen. Fest steht: Auch wenn der Präsident souveräner wirkte und sich mit der Thematik sichtlich wohler fühlte, ist Romney keineswegs untergegangen. Er hat sich von seiner harten Wahlkampfrhetorik der Vormonate deutlich distanziert und beinahe den außenpolitischen Schulterschluss mit Obama geprobt.

Für dessen gern bedienten Vergleich mit George W. Bush blieb da wenig Raum. Die Unterschiede wurden zu Nuancen. Romney hat damit weder Boden gut gemacht noch verloren. Seine Mission war es, die zuletzt guten Umfragewerte nicht zu gefährden. Das hat er mit seinem staatsmännischen Auftritt geschafft. Vielmehr noch konnte er durch häufiges Umschwenken auf innenpolitische Themen seine Expertise ausspielen. Das ist wichtig, denn nicht die Außenpolitik, sondern die Innenpolitik entscheidet die Wahl.

Die schwierige Wirtschaftslage Amerikas ist und bleibt das beherrschende Problem. Was außerhalb der eigenen Landesgrenzen passiert, interessiert die US-Bürger nicht. Einzig die Einwanderungspolitik tangiert sie, kam jedoch nicht zur Sprache. Deshalb ist Obamas Etappensieg in der dritten Fernsehdebatte ein Teilerfolg ohne große Bedeutung. Sprünge in den Umfragewerten sind nicht zu erwarten. Erlauben sich die Kandidaten in den verbleibenden zwei Wochen keine erheblichen Patzer, wird der Wahlabend zum Wahlkrimi werden.

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mar/news.de

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • karl mayer
  • Kommentar 3
  • 26.10.2012 18:24
Antwort auf Kommentar 2

Da bin ich anderer Meinung. Die Republikaner stehen für puren Kapitalismus und 0 Steuern für die Reichen. Obama für mehr Socialismus nach europäichem Vorbild. Ich hoffe das es genug intelligente Amis gibt die Obama wiederwählen. Am besten mit 2/3 Mehrheit damit er auch durchsetzen kann was er will.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 2
  • 24.10.2012 12:10

In dieser Schicksalswahl muss sich das bessere Amerika durchsetzen. Die wirtschaftliche Werteordnung und die politische Vernunft liegt nun einmal in den Händen der Republikaner, die ganz auf Romney setzten. Die Alternative ist der Niedergangspolitiker Obama, der mit seiner Politik gescheitert ist. Wenn Amerika Obama abwählt, sind die traurigsten Stunden des 23. Jahrhunderts zu Ende. Die Wähler haben es daher in der Hand, sich von den Fesseln der unsoliden Machtanmaßung durch die Demokraten zu befreien. R fordert: Romney wird zur politischen Notwendigkeit und steht für eine bessere Zeit.

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  • FreeSpeech
  • Kommentar 1
  • 24.10.2012 09:03

Danke. Endlich mal eine fundierte Meinung, abseits vom politisch korrekten Mainstream...

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