US-Wahl Romney zieht an Obama vorbei

Obama versus Romney
Die Show der Präsidentschaftskandidaten
Am frühen Morgen des 7. November steht fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Vier weitere Jahre», schreibt er auf Twitter und sendet ein Bild von sich und seiner Frau. (Foto) Zur Fotostrecke

Einen Monat vor der US-Präsidentenwahl ist das Rennen wieder völlig offen. Der republikanische Bewerber Mitt Romney zog in einer nationalen Wählerbefragung am bislang führenden Amtsinhaber Barack Obama vorbei.

Bei den Wählern, die voraussichtlich ihre Stimme abgeben werden, kam Romney in der Umfrage des Pew Research Center auf 49 Prozent. Für Obama würden 45 Prozent der Befragten stimmen. In der Vorwoche hatte Obama beim ersten TV-Rededuell der beiden Kandidaten nach Ansicht vieler Kommentatoren überraschend unmotiviert gewirkt und Romney das Feld überlassen.

Auch andere Umfrageinstitute, wie zum Beispiel Gallup, verzeichnen wachsenden Zuspruch für Romney. Allerdings sind die Werte derart knapp, dass die Abstände zwischen den beiden Kandidaten im Bereich des statistischen Irrtums liegen. Alles deutet darauf hin, dass es am 6. November ein extrem spannendes Rennen geben wird.

Die Washington Post sieht die Pew-Umfrage als gewaltigen Motivationsschub für das Romney-Lager. Die Hauptstadt-Zeitung warnt zugleich: Vor acht Jahren lag der demokratische Bewerber John Kerry nach der Fernsehdebatte in Umfragen klar vorn. Am Ende machte aber der Amtsinhaber George W. Bush das Rennen. Zudem haben zwei Drittel (62 Prozent) der Wahlberechtigten laut Umfragen Zweifel, ob Romney seine Versprechen auch tatsächlich halten kann. Obamas größtes Manko wiederum ist der Zustand der Wirtschaft. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) geht davon aus, dass der Demokrat kein Rezept für den Aufschwung hat.

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Prominente Unterstützer von Romney und Obama
Team Obama: George Clooney (Schauspieler und Regisseur, 51 Jahre) (Foto) Zur Fotostrecke

Romney will eine bessere Außenpolitik

Der Herausforderer Romney nimmt zunehmend die als zu zögerlich kritisierte Außenpolitik Obamas ins Visier. In einer außenpolitischen Grundsatzrede forderte Romney mehr Druck auf den Iran und bekräftigte den globalen Führungsanspruch der USA. «Das 21. Jahrhundert kann und muss ein amerikanisches Jahrhundert sein», sagte Romney. Der in der Außenpolitik bislang wenig erfahrene Republikaner sprach sich energisch gegen Einsparungen im US-Militärhaushalt aus. Präsident Obama habe in der Außenpolitik versagt.

Romney warb auch für eine stärkere Bewaffnung syrischer Rebellen. Die USA müssten gemeinsam mit ihren Partnern sicherstellen, dass die demokratische Opposition notwendige Waffen erhalte, um gegen die militärische Übermacht von Machthaber Baschar al-Assad vorzugehen. Die Rebellen müssten «die Waffen bekommen, die sie brauchen», um die Assad-Truppen zu besiegen, sagte er vor dem Virginia Military Institute in Lexington. Allerdings forderte Romney nicht, dass die USA selbst Waffen liefern sollten.

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Peinlich, peinlicher, Republikaner
Michele Bachmann (Foto) Zur Fotostrecke

An diesem Donnerstag (11. Oktober) findet die einzige Debatte der Bewerber für das Amt des Vize-Präsidenten, Joe Biden (Demokraten) und Paul Ryan (Republikaner), statt. Das zweite von insgesamt drei Rededuellen der beiden Präsidentschaftskandidaten ist für den kommenden Dienstag (16. Oktober) geplant.

jag/zij/news.de/dpa

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