Kurt Beck «Können Sie mal das Maul halten?»

Temperamentsausbruch vor Ende der Amtszeit: Kurt Beck, Regierungschef von Rheinland-Pfalz, regt sich bei der Einheitsfeier lautstark über einen Bürger auf, der ihn wegen des Nürburgring-Debakels beschimpft. Er selbst verteidigt seinen Ausraster.

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zurück Weiter Für die Eröffnungsparty des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg, kurz BER, am 3. Juni 2012 war schon alles vorbereitet. Nur vier Wochen vor dem Termin ruderten die Verantwortlichen zurück. (Foto) Zur Fotostrecke Foto: dpa/Patrick Pleul/Archiv

Wutausbruch des scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck: «Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach das Maul halten, wenn ich ein Interview mache?», rief der SPD-Politiker am Rande der Einheitsfeier in München einem Bürger zu, während er mit einem Journalisten des Südwest-Rundfunks sprach. Der Bürger hatte zuvor gerufen: «Die Bayern bezahlen den Nürburgring». Als der Kritiker weiterredete, fügte Beck genervt hinzu: «Sie sind nicht ehrlich, Sie sind dumm.»

Beck ist bekannt dafür, dass er auch mal Nerven zeigen kann. Im Jahr 2006 hatte der Arbeitslose Henrico Frank ihn für Hartz IV und Millionen Arbeitslose verantwortlich gemacht, woraufhin Beck sagte: «Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job.» Beck hatte am vergangenen Freitag seinen Rücktritt für Januar angekündigt. Die größtenteils landeseigene Nürburgring-Besitzgesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Das Land musste Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe zuschießen, das möglicherweise verloren ist.

Die CDU sprach am Donnerstag von einer «Entgleisung». Das sei eines Ministerpräsidenten unwürdig, kritisierte CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder. Die SPD hält die Kritik für überzogen. «Für mich war das ein Temperamentsausbruch», sagte SPD-Generalsekretär Alexander Schweitzer. Die CDU lege das «Moralempfinden einer höheren Töchterschule» an den Tag. «Ich als Pfälzer weiß, dass zwischen Pfälzern und Bayern schon von jeher ein rustikaler Umgangston gepflegt wurde.»

Beck selbst hat seinen Ausfall verteidigen lassen. «Auch ein Politiker muss sich nicht alles gefallen lassen», sagte Becks Sprecherin Monika Fuhr der Bild-Zeitung. Beck sei während eines Interviews von einem Passanten angeschrien worden. «Dagegen hat er sich mit deutlichen Worten verwahrt», sagte Fuhr. Wer austeile, müsse auch einstecken können.

zij/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 8
  • 11.10.2012 15:50
Antwort auf Kommentar 5

Der hat doch den Knall nicht gehoert und ist dabei HAARSCHARF an der Kugel vorbei gelaufen, das sieht man doch schon an seiner Kopflage das da einige Wndungen fehlen !!!!!!

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  • ingo
  • Kommentar 7
  • 06.10.2012 10:45
Antwort auf Kommentar 4

Wie wahr!!

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  • marek
  • Kommentar 6
  • 05.10.2012 15:28

zu Kommentar 2: Wie sonst soll sich der Blökende Idiot Steuerzahler mal zu Wort melden? Komm mir jetz bloß nicht mit Wahlen.

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