Obama versus Romney Erstes TV-Duell bricht Twitter-Rekord

10,3 Millionen Beiträge in nur 90 Minuten: So rege wurde die erste Fernsehdebatte zwischen Barack Obama und Mitt Romney auf Twitter kommentiert. Schnellumfragen und Experten sehen indes den republikanischen Herausforderer als klaren Etappensieger.

Obama versus Romney: Die Show der Präsidentschaftskandidaten
zurück Weiter Am frühen Morgen des 7. November steht fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Vier weitere Jahre», schreibt er auf Twitter und sendet ein Bild von sich und seiner Frau. (Foto) Zur Fotostrecke Foto: dpa/Steve Pope/Archiv

Barack Obama und Mitt Romney haben nicht allein diskutiert: Das erste TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten wurde von Millionen Menschen mit eigenen Diskussionsbeiträgen begleitet. Innerhalb von 90 Minuten wurden allein im Internet-Dienst Twitter 10,3 Millionen Beiträge dazu veröffentlicht. Kein politisches Ereignis hat bisher so viel Resonanz auf Twitter gefunden wie die Fernsehdebatte in der Nacht zum Donnerstag.

Getwittert hat auch Popstar Lady Gaga, die ihren inzwischen mehr als 30 Millionen auf Twitter versammelten Fans kurz vor Beginn der Debatte schrieb: «Bevor das anfängt, ist der Hinweis wichtig, dass Romney ein Millionär ist, aber mit 13,9 Prozent deutlich weniger als den durchschnittlichen Steuersatz zahlt.» Das wurde mehr als 3000 Mal weitergetragen, «retweetet», wie es bei Twitter heißt.

Etwas weniger Resonanz fand die meist beachtete Twitter-Äußerung von Barack Obama: «Wir brauchen einen Präsidenten, der einen Plan hat, um die Wirtschaft für jeden wachsen zu lassen - aus der Mitte heraus - und das ist Präsident Obama». Der Kandidat der Demokraten forderte dazu auf, diesen «Tweet» weiterzusenden. Dem folgten aber bis Donnerstag früh nur 2626 Personen.

Schnellumfragen sehen Romney mehrheitlich vorn

Derweil ächzte die Facebook-Seite von Mitt Romney unter der Last von mehr als 8400 Kommentaren - meist von seinen Anhängern, aber auch von Sympathisanten Obamas. Der Herausforderer schrieb dort zur TV-Debatte: «Eine klare Wahl. Amerika kann sich nicht vier weitere Jahre wie diese leisten.» Der Kandidat der Republikaner verband dies mit der Aufforderung, 15 Dollar zu spenden - in die Schlussphase des Wahlkampfs wollen beide Kandidaten noch einmal sehr viel Geld hineinstecken. «Mitt, du hast das toll gemacht», lobte eine Anhängerin den TV-Auftritt Romneys.

US-Wahlkampf: Prominente Unterstützer von Romney und Obama

Diese Meinung schlägt sich auch in jüngsten Umfragen nieder. Bislang war Präsident Obama diesbzeüglich verwöhnt. In den allermeisten Erhebungen lag der Demokrat vor seinem republikanischen Widersacher Mitt Romney. Doch nach dem ersten Rededuell im Fernsehen darf sich auch Romney über positive Werte freuen. Es handelt sich um nicht repräsentative Schnellumfragen, die nur eine Tendenz abbilden:

- Auf die Frage, welcher der beiden Bewerber seine Aufgabe besser gemeistert habe, nannten 67 Prozent Romney. Die Frage sollte unabhängig davon beantwortet werden, welchen Kandidaten der Befragte grundsätzlich bevorzuge. 25 Prozent meinten, Obama habe das Duell erfolgreicher gestaltet. (CNN/ORC)

- Hat Obama seine Aufgabe besser oder schlechter gemeistert als erwartet: 61 entschieden sich für «schlechter». (CNN/ORC)

- Hat Romney seine Aufgabe besser oder schlechter gemacht als erwartet: 82 stimmten für «besser». (CNN/ORC)

Obama versus Romney: So wählen die Amerikaner
Video: afp

- Ist es nach dieser TV-Debatte wahrscheinlicher, dass Sie für den einen oder anderen Kandidaten stimmen werden? Zugunsten Romneys 35 Prozent, für Obama 18 Prozent, keine Auswirkung auf Entscheidung: 47 Prozent. (CNN/ORC )

- Unter unentschlossenen Wählern sprachen 46 Prozent Romney den Sieg in der ersten Debatte zu, auf Obama entfielen 22 Prozent. Als Reaktion auf das Rededuell erklärten 56 Prozent, dass sie nun eine bessere Meinung von Romney hätten. Auf die Frage, ob sie das Gefühl haben, dass sich Romney um ihre Sorgen und Nöte kümmert, antworteten vor der Debatte 30 Prozent mit «Ja». Der Wert sprang nach dem Duell auf 63 Prozent. Bei Obama stieg die Zustimmung von 53 auf 69 Prozent. (CBS News)

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