Familienministerin Schröders Großelternzeit in der Kritik

Kita oder Betreuungsgeld
Wie Politiker ihre Kinder versorgen

Die Suche nach Kita-Betreuungsplätzen bleibt in Deutschland schwierig. Doch der Vorstoß, im Interesse der Familien auch Großeltern für die Kindererziehung freizustellen, kommt nicht überall gut an.

Die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geplante Erziehungszeit auch für Großeltern findet auf Seiten der Arbeitgeber wenig Zustimmung. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, erwartet von einer solchen Maßnahme Nachteile für die Unternehmen.

Wenn künftig Eltern und Großeltern nicht nur gleichzeitig, sondern auch nach eigenen Wünschen bis zum 14. Lebensjahr des Kindes Eltern- beziehungsweise Großelternzeit nehmen könnten, «dann erschwert das die Personalplanung gerade in mittelständischen Betrieben doch sehr», sagte Driftmann der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Hilfreicher für Eltern und Unternehmen wäre es, «wenn endlich ausreichend Betreuungsplätze geschaffen würden», sagte Driftmann.

Am Donnerstag war der Vorstoß Schröders im Detail bekannt geworden. Demnach sollen Großeltern zur Betreuung ihrer Enkel einen Anspruch auf Teil- oder Auszeit am Arbeitsplatz bekommen. Angedacht ist eine Freistellung von bis zu drei Jahren. Die Pläne orientieren sich an der bestehenden Elternzeit.

Finanzierbarkeit und bürokratischer Aufwand unklar

Die SPD kritisierte die Pläne als «unausgegoren». Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig fordert ebenso wie der DIHK einen verstärkten Ausbau von Kita-Plätzen. Die Tatsache, dass Großeltern sich bei der Kinderbetreuung einbringen, sei oft purer Notwendigkeit geschuldet. «Denn meistens mangelt es an Kitaplätzen, so dass die Eltern auf das familiäre Umfeld zurückgreifen müssen. Deswegen hat für uns der Betreuungsausbau absolute Priorität», sagte Schwesig der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Auch die FDP und die Grünen äußerten Bedenken. Die Initiative sei nicht abgestimmt. Finanzierbarkeit und bürokratischer Aufwand für die Arbeitgeber müssten zuvor geklärt werden, sagte die FDP-Familienpolitikerin Miriam Gruß der Rheinischen Post.

Bislang haben Großeltern nur dann einen Rechtsanspruch auf eine berufliche Auszeit zur Enkelbetreuung, wenn ihre noch minderjährige Tochter ein Kind bekommen hat und die junge Mutter ansonsten ihre Ausbildung abbrechen müsste.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • hpklimbim
  • Kommentar 3
  • 29.09.2012 06:32

Die Politik versucht hier Leistungen anzudienen, die sie nichts kostet. Freude und Dank der Betroffenen werden ihr so sicher sein wie das Amen in der Kirche. Denn ein Teil der Großeltern erbringt diese Leistung als Teil der Zusammengehörigkeit der Familie schon jetzt mehr oder weniger regelmäßig. Sinn und Zweck dieser Leistung ist aber ganz bestimmt nicht der, dass unreife Politiker-Rotzlöffel sie für die Inanspruchnahme kostenloser Dienste von Bürgern als ihr eigenes politisches Machwerk wahlkampfwirksam vermarkten. Der Geisteszustand der Dame scheint in der Tat sehr bedenklich zu sein.

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  • Elster
  • Kommentar 2
  • 28.09.2012 16:24
Antwort auf Kommentar 1

keinen Bock muß es heißen noch .

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  • Elster
  • Kommentar 1
  • 28.09.2012 16:20

ALs Großeltern ,daß Enkel betreuen . Nein kommt bei mir nicht in Frage -ich will auch vom Leben noch was haben . Ein Kind muß mit Kinder spielen . Auf KInderbetreung als Oma habe ich absolut kenen Schönen Gruß auch . ..

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