Pakistan Freitagsproteste fordern erste Todesopfer

Bei schweren Ausschreitungen in Pakistan sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Tausende waren aus Protest gegen das Mohammed-Video auf die Straße gegangen. Deutschland gibt sich indes gelassen und rechnet mit friedlichen Demonstrationen.

Mohammed-Video: Ein schlechter Film wird zum Brandsatz

In Pakistan sind bei gewalttätigen Protesten gegen ein islamfeindliches Schmähvideo am Freitag mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere wurden verletzt. Wie der Sender DawnNews am Freitag berichtete, starb bei Unruhen in der südlichen Hafenstadt Karachi ein Polizist. Tausende Demonstranten hätten dort versucht, zum US-Konsulat zu marschieren und sich heftige Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Zuvor war im nördlichen Peshawar bereits ein Mitarbeiter eines Fernsehsenders getötet worden.

In der Hauptstadt Islamabad durchbrachen unterdessen nach Medienberichten Hunderte aufgebrachte Muslime mehrere Absperrungen rund um das Regierungsviertel. In dem Bereich liegen in einem zusätzlich gesicherten Areal auch westliche Botschaften. Zahlreiche Polizisten und Demonstranten seien verletzt worden. Innenminister Rehman Mailk erklärte, die Armee stünde zum Eingreifen bereit.

Auch in der ostpakistanischen Stadt Lahore lieferten sich Hunderte Demonstranten Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Politische und religiöse Gruppen haben in ganz Pakistan zu Protesten gegen den islamfeindlichen Mohammed-Film nach den Freitagsgebeten aufgerufen.

Demos auch im Irak, in Sri Lanka und Bangladesch

Die pakistanische Regierung hatte den Freitag zu einem gesetzlichen Feiertag erklärt, damit die Menschen gegen das im Internet veröffentlichte Schmähvideo auf die Straße gehen konnten. Ministerpräsident Raja Pervaiz Ashraf forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, Gesetze gegen die Beleidigung des Propheten zu erlassen. Dabei erinnerte er an das Verbot, den Holocaust zu leugnen, was zumindest in Deutschland eine Straftat darstellt, in den USA hingegen nicht.

Auch in anderen Ländern demonstrierten Tausende Menschen. So demonstrierten im Irak rund 3000 Menschen gegen den Film und die in einer französischen Wochenzeitung erschienenen Mohammed-Karikaturen. Organisiert hatten die Proteste in der Stadt Basra vom Iran unterstützte schiitische Gruppen. In der Hauptstadt von Sri Lanka, Colombo, sowie in Bangladesch und in der Kaschmir-Region gingen ebenfalls Tausende Menschen auf die Straße. Kleiner und weitgehend friedlich liefen die Proteste in Malaysia und Indonesien ab.

Seibert: «Es ist ihr Recht zu protestieren»

Die geplanten Proteste in Deutschland sieht die Bundesregierung indes gelassen. «Wir gehen davon aus, dass die Demonstrationen friedlich und besonnen verlaufen», sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. Sollte es Provokationen oder Ausschreitungen geben, würden die Sicherheitsbehörden aber mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen vorgehen.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte mit Blick auf die Demonstranten: «Es ist ihr Recht zu protestieren.» Er betonte aber: «Gewalt darf es nicht geben.» Bislang verläuft die Protestaktion in Freiburg friedlich. Der Veranstalter sprach von mehr als 1000 Teilnehmern, die Polizei von 900. Auf Transparenten stand unter anderem «Nein zur Beleidigungsfreiheit» oder «Wir verlangen Respekt vor dem Propheten». Die Demonstranten zogen friedlich durch die Stadt. Die Protestaktion findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Als Grund nannte die Polizei die weltweit angespannte Sicherheitslage.

zij/news.de/dpa/dapd

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (22) Jetzt Artikel kommentieren
  • Michael
  • Kommentar 22
  • 27.09.2012 14:49
Antwort auf Kommentar 15

Ein Argumentationsgau haben sie, denn während sie uns westliche Islamkritiker aus Mangel an inhaltlichen Argumenten persönlich angreifen und als Hassprediger, Rechtsextremisten,Islamhasser und Ausländerfeinde beschimpfen, wagen sie sich mit ihrer defätistischen Kritik nicht an Ex-Muslime wie Arzu Toker. Weil man sie als "Ausländerin" schlecht der Ausländerfeindlichkeit bezichtigen kann. Und weil die Linken ihrer fundierten, begründeten und unwiderlegbaren Kritik am Islam inhaltlich nichts entgegenzusetzen haben. Das wissen die Linken. Und wir wissen, dass sie es wissen.

Kommentar melden
  • Grueni
  • Kommentar 21
  • 27.09.2012 10:57
Antwort auf Kommentar 20

Der meint entweder den Polnisch Türkischen Krieg, der war Notwendig. Oder er meint den 30 Jährigen Krieg. Das war kein reiner Religionskrieg und Krieg ist auch nicht Zeitlos gültiger Befehl bei den Katholiken, wie es beim Islam der Fall war. Die Katholiken haben sich vermutlich nur dem Kaiserlichen Krieg angeschlossen, aber diese Thematik ist wahrscheinlich zu komplex für einen Hirngewaschenen.

Kommentar melden
  • Nichtwähler
  • Kommentar 20
  • 27.09.2012 10:46
Antwort auf Kommentar 15

Wir Katholiken? Was wissen sie überhaupt noch über das politische System im 17Jh. War der Papst König von Spanien ja?

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig