Mohammed und Bettina Titanic will Öl ins Feuer gießen

Mohammed-Video
Ein schlechter Film wird zum Brandsatz

Mohammed und Bettina Wulff - nur der Titanic kann es einfallen, die beiden Aufregerthemen in einen Topf zu werfen. Auf der Titelseite der nächsten Ausgabe ist die Ex-First-Lady gemeinsam mit dem Propheten zu sehen.

Das deutsche Magazin Titanic will trotz der anhaltenden Protestwelle in der muslimischen Welt Ende September ebenfalls eine Islam-Ausgabe herausbringen. Auf dem Entwurf des Titelblatts soll einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge Bettina Wulff in den Armen eines islamischen Kriegers mit Turban und Schwert zu sehen sein, der offenbar den Propheten Mohammed darstellen soll. «Der Westen in Aufruhr - Bettina Wulff dreht Mohammed-Film!» soll die Schlagzeile lauten.

Titanic-Chefredakteur Leo Fischer verteidigte auch die in der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo erschienen Mohammed-Karikaturen und nannte sie eine richtige Reaktion auf die «wahnsinnigen Ausschreitungen». «Satire darf und muss alles», sagte Fischer. Die Ausgabe erscheint am Freitag kommender Woche.

Deutsche Botschaften schließen am Freitag

Aus Sorge vor neuen Protesten bleiben am morgigen Freitag viele deutsche Botschaften in der islamischen Welt komplett geschlossen. Darüber hinaus wird nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle zusätzlicher Schutz für andere deutsche Einrichtungen geprüft. Vor einer Woche war die deutsche Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum in Brand gesetzt worden.

Die USA befürchten Proteste als Vergeltung für die in einem französischen Satiremagazin veröffentlichten Mohammed-Karikaturen. Die Zeichnungen seien «zutiefst beleidigend» für manche Gläubige und hätten das Potenzial, einen Aufruhr zu entzünden, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington.

Aus Angst vor Ausschreitungen sind die französischen Botschaften in der indonesischen Hauptstadt Jakarta und in Tunis bereits seit Mittwoch geschlossen, ebenso wie zehn französische Schulen in Tunesien. Außerdem sprach das französische Außenministerium eine Reisewarnung für muslimische Staaten aus und forderte Franzosen in diesen Ländern zu «erhöhter Wachsamkeit» auf.

Charlie Hebdo hatte am Mittwoch eine Reihe von Zeichnungen gedruckt, die sich auf The Innocence of Muslims beziehen, jenen islamfeindlichen Schmähfilm, der zu weltweiter Gewalt und Protesten von Muslimen geführt hatte. Außenminister Laurent Fabius kündigte am Mittwoch im Radiosender France Info an, dass die diplomatischen Vertretungen Frankreichs am Freitag geschlossen bleiben sollten, und auch Deutschland will die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Proteste verstärken.

«Mohammed ist mir nicht heilig»

Der Chefredakteur von Charlie Hebdo, der unter dem Künstlernamen Charb firmiert, verteidigte die Karikaturen. «Mohammed ist mir nicht heilig», sagte er. «Ich werfe den Muslimen nicht vor, dass sie über unsere Bilder nicht lachen. Aber für mich gilt das französische Recht, nicht das Recht des Korans.» Er bereue die Veröffentlichung der Karikaturen nicht und fühle sich für mögliche Gewalttaten nicht verantwortlich, sagte Charb. «Ich gehe nicht mit Steinen und Kalaschnikows auf die Straße», sagte er.

Auf dem Titel war die Karikatur eines Muslims mit Turban im Rollstuhl zu sehen, der von einem orthodoxen Juden geschoben wird. «Man darf sich nicht lustig machen», wird den beiden Figuren in einer Sprechblase in den Mund gelegt. Darüber prangt der Titel Intouchables 2 in Anlehnung an den beliebten Film Intouchables (Die Unantastbaren), der in Deutschland als Ziemlich beste Freunde in die Kinos kam. Auf den Innenseiten ist ein Muslim zu sehen, der ähnlich wie beim Oscar verkündet: «Die Nominierten für den besten anti-islamischen Film sind...».

iwi/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Oliver M
  • Kommentar 3
  • 22.09.2012 12:15

Wie so oft, wäre es einfach nett, wenn vor dem Sprechen/Schreiben gedacht würde. Wie in diesen Fällen, an die Deutschen/Franzosen, die im Ausland leben und arbeiten. Jetzt müssen wir Angst haben, weil in der Heimat wieder jemand ein paar Euro verdienen will. Ob das vor Gericht schon als Beihilfe gewertet werden könnte?

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  • Johannes
  • Kommentar 2
  • 21.09.2012 13:01

Leute wie dieser Leo Fischer sind keine Satiriker, sondern furchtbare anmaßende Hetzer, die die Satire in den Dreck ziehen und für die Auswirkungen ihres Verhaltens zur strafrechtlichen Rechenschaft gezogen werden müssen!, welcher Minister traut sich so etwas? Hoffentlich geht Bettina Wulff gegen diesen Schmierfink gerichtlich vor!

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  • DanielleDurand
  • Kommentar 1
  • 21.09.2012 11:00

Das Titanic-Fahrwasser ist bekannt, im Windchenschatten der BILD lässt sich leicht segeln - mit ISLAM und Bettina Wulff gleich noch einmal so gut. "Es könnte sein, dass in diesem Fahrwasser auch Bettina Wulff anfängt, sich mit billiger Islamkritik zu profilieren. Das lehnen wir ab." lässt uns der verwirrte "Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer mit der blühenden Fantasie über Bettina Wulff im SPIEGEL wissen. Es könnte auch sein, dass dieses spätpubertäre Pickel-Gesicht glaubt, mit der üblichen Medien-Hetzerei gegen Bettina Wulff - zusammengeschustert mit ISLAM - noch Kohle zu machen.

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