Bettina Wulff Sie sagt alle öffentlichen Auftritte ab

Christian und Bettina
Die Rückkehr der Wulffs
Der ehemalige Bundespräsident und seine Gattin auf dem Weg zum III. Symposium der Peter-Maffay-Stiftung. (Foto) Zur Fotostrecke

Hat ihr Mann ein Machtwort gesprochen? Es scheint so, denn Bettina Wulff tritt den geordneten Rückzug an. Talkshow-Termine, Vorlese- und Signierstunden hat die ehemalige First Lady abgesagt. Zu groß ist wohl die Kritik an ihrem Buch Jenseits des Protokolls.

Nach der kritischen Diskussion rund um ihr autobiografisches Buch hat die ehemalige First Lady Bettina Wulff Auftritte vor der Kamera abgesagt. Auf einen Rückzug von der Talksendung 3 nach 9 bei Radio Bremen folgte der Verzicht auf den für Dienstag geplanten Auftritt in der ARD-Talkshow Menschen bei Maischberger, wie am Samstag bekannt wurde. Auf der Homepage der Sendung von Moderatorin Sandra Maischberger heißt es, die bislang angekündigte Sendung mit Bettina Wulff falle aus.

Bei Maischberger sollten unter dem Titel «Bettina Wulff - Das Gespräch» neben Wulff Journalistin Alice Schwarzer, Medienberater Michael Spreng und Stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn talken. Wulff habe sich «entschlossen, derzeit keine Medientermine wahrzunehmen», hieß es auf der Website. Maischberger werde am kommenden Dienstag «ein anderes, aktuelles Thema» mit ihren Gästen diskutieren. Gründe für die Absage waren einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge das Drängen von Wulffs Mann sowie «Furcht vor weiteren öffentlichen Anfeindungen».

Laut der Zeitung steht die 38-Jährige auch nicht für Lesereisen und Signierstunden in Buchhandlungen zur Verfügung. Andere Fernsehauftritte seien bis auf weiteres ebenfalls nicht geplant.​

Mehrheit der Deutschen kritisiert Wulffs Offenheit

Wulff steht nach den kritischen Äußerungen über ihr Leben an der Seite des Ex-Bundespräsidenten in ihrem Buch und der Presse zunehmend in der Kritik. So sagte etwa Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der Zeitung Die Welt: «Ich verstehe nicht, wie sich jemand über zu viel Öffentlichkeit beklagen kann, der gleichzeitig sein Leben mit intimsten Details nach außen kehrt.» Wer sich mit Privatem auf die öffentliche Bühne begebe, müsse damit rechnen, dass er dort nicht nur in guten Zeiten präsentiert wird. Künast will das Buch der Ex-First-Lady nicht lesen. «Das will ich alles gar nicht wissen. Mein Bedarf in der Causa Wulff ist schon seit Monaten gedeckt.»

Auch die meisten Deutschen finden es falsch, dass Bettina Wulff in ihrem Buch über Eheprobleme und das Krisenmanagement ihres Mannes berichtet. In einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin Focus sagten 72 Prozent der Bundesbürger, sie hielten dies für nicht richtig. 28 Prozent sahen dagegen keine Probleme in diesen Äußerungen der ehemaligen First Lady. Das Institut TNS Emnid im Auftrag von Focus 811 Bundesbürger befragt.

3 nach 9-Redaktion bedauert verpasste Chance

Radio Bremen hatte Wulff bereits am Freitag für die von Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo moderierten Sendung 3 nach 9 eine Absage erteilt. Eine genauere Begründung habe es nicht gegeben. Die 3 nach 9-Redaktion bedauere die Absage. «Gerade nach den kontroversen Diskussionen um ihr Buch wäre die Bremer Sendung am kommenden Freitag eine gute Möglichkeit gewesen, über ihre Sicht der Dinge und über den Medienrummel der vergangenen Tage zu sprechen», hieß es.

Zum Verkaufsstart ihrer vor wenigen Tagen erschienenen Biografie Jenseits des Protokolls hatte PR-Beraterin Wulff eine umstrittene Medienkampagne gestartet. Innerhalb kürzester Zeit gab sie mehreren Zeitschriften Interviews. Dabei gewährte sie tiefe Einblicke in ihr Privatleben.

Politikerfrauen
Die schönsten First Ladys
Michelle Obama (Foto) Zur Fotostrecke

Zeitgleich waren Klagen von Wulff gegen den Internetkonzern Google und TV-Moderator Günther Jauch bekannt geworden. Sie warf beiden vor, die Verbreitung von Gerüchten über ihr angebliches Vorleben gefördert zu haben. Ihr Verlag zog den Veröffentlichungstermin des Buches um zwei Monate vor. In dem Buch schreibt sie unter anderem über ihre Beziehung zur Bild-Zeitung und den Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten. Kritiker warfen ihr eine Inszenierungs-Kampagne vor.

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zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 3
  • 22.09.2012 14:01
Antwort auf Kommentar 2

Fußvolk geht nicht nach Geld ,sondern nach der Stellung eines Menschens in der Gesellschaft .Er ist jetzt auch nur ein Mensch,der kein Sagen hat.Schönen Gruß auch.

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  • Pazifiko
  • Kommentar 2
  • 17.09.2012 00:17
Antwort auf Kommentar 1

Mit einem Einkommen von mehr als 200.000 Euro p.a. zählen sie nicht mehr zum einfachen Fußvolk, sondern vielmehr zum binnenelitärem Volk zwischen Oberschenkel und Oberkörper.

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  • Elster
  • Kommentar 1
  • 16.09.2012 09:13

Sie muß damit nun leben ,daß Ihr Mann nun auch zum Fußvolk Es gibt eben keine Empfänge mehr .

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