Sa., 25.05.13

Sparen in Griechenland Samaras will zwei Jahre mehr Zeit

Platon, Rehakles, Aniston
Diese Griechen sind auch bei uns berühmt

Um die Sparpläne zu verwirklichen, bittet der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras um Aufschub. Wirtschaftsexperten pflichten ihm bei, plädieren aber zugleich für eine schärfere Aufsicht.

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat um zwei Jahre Aufschub bei den drastischen Sparauflagen für sein pleitebedrohtes Land gebeten. Das rund 11,5 Milliarden Euro schwere Sparprogramm könne leichter «geschluckt werden», wenn es auf vier statt bislang zwei Jahre angelegt werde, sagte Samaras der Washington Post. «Wir sprechen von einer Streckung bis 2016.»

Beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft stößt Samaras auf Verständnis. Die Aufgabe, vor der Griechenland stehe, brauche ein Jahrzehnt, sagte der Chef des arbeitgebernahen Instituts, Michael Hüther, der Wirtschaftswoche. «Das hat man bei der Transformation osteuropäischer Länder gesehen. Im Grunde geht es hier um einen ähnlichen Entwicklungsprozess.»

Die Sparziele für Griechenland seien riesig, sagte Hüther. «Minus 17 Prozent bei den Primärausgaben sind nicht ohne - das entspräche bei uns Einsparungen von 180Milliarden Euro. Jetzt kommen nochmals 11,5 Milliarden Einsparungen dazu.» Allerdings brachte Hüther im Gegenzug zu zeitlichen Zugeständnissen eine intensivere Aufsicht Athens ins Gespräch. Dabei würden EU-Beamte permanent in Athen die Regierung überwachen und für die Durchsetzung von Sparbeschlüssen sorgen.

Jüngstes Sparpaket noch immer umstritten

Griechenland hängt seit mehr als zwei Jahren am internationalen Finanztropf und hat schon zwei Hilfsprogramme zugesagt bekommen. Die im Gegenzug verlangten Einsparungen verschärfen die jahrelange Rezession und sorgen im Land für wachsenden Widerstand. Das jüngste Sparpaket ist auch innerhalb der Regierungskoalition umstritten und deswegen immer noch nicht in Kraft.

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hatte die Griechen deswegen am Freitag beim Finanzministertreffen im zyprischen Nikosia mit ermahnt, sich «so schnell wie möglich» zu einigen. Die Verabschiedung des Sparpakets ist Voraussetzung für ein positives Zeugnis durch die Geldgeber-«Troika», das wiederum für die Freigabe der nächsten Hilfszahlung erforderlich ist.

Auf neue Hilfskredite werden die Griechen laut Juncker noch mehr als einen Monat warten müssen. Die Europartner und der Internationale Währungsfonds denken indes inzwischen selbst über eine Streckung der Sparziele nach. Damit würden sie dem Wunsch von Samaras entgegenkommen.

Schuldenkrise
Der Euro in Not

Deutsche Bank prophezeit Inflation

Hierzulande gegen Unternehmer indes von einer steigenden Inflation im Zuge der Eurorettung aus. Nach Einschätzung der Deutschen Bank ist diese wegen der immensen Kosten für die Rettung unvermeidbar. «Das ist ein Preis, den wir für Europa zahlen werden müssen», sagte der Co-Vorstandsvorsitzende des Instituts, Anshu Jain, der Welt am Sonntag. Auf lange Sicht werde sich das aber lohnen.

Die Konsequenz aus den hohen Kosten für die Rettung Europas werde schlussendlich eine Inflation sein, erklärte Jain. Auch sein Kollege in der Doppelspitze der Bank, Jürgen Fitschen, betonte die Bedeutung der Währungsunion. «Es ist essenziell, dass der Euro gerettet wird», sagte er in dem Doppelinterview.

Fitschen zeigte sich zuversichtlich, dass die Krisenländer ihre Probleme lösen werden und warb für mehr Verständnis. «Wir sollten mit unseren europäischen Nachbarn mehr Geduld haben, die Fortschritte sind jetzt schön größer, als sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden», sagte er.

zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • eakwind
  • Kommentar 2
  • 16.09.2012 06:44
 

er will also noch weitere zwei Jahre noch mehr Schulden machen, um dann Schulden endlich bezahlen..Es ist schon eine Dreistigkeit, soviel Dummheit hier finden zu wollen.

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  • Pfefferkorn
  • Kommentar 1
  • 16.09.2012 00:40
 

Gebt unseren Freunden in Griechenland doch bitte mehr Zeit!!!! Unseren "GUTEN FREUNDEN" dann gibt es auch wieder einen "OUZO 12" für "uns Nazis"... ich bin dafür den Griechen alles zu schenken.... damit wir wieder "GUTE FREUNDE" sind..... sind 130 Mrd. genug für nen OUZO 12, für wirklich gute FREUNDE???? DIE EU KOTZT MICH NUR NOCH AN!!!!!!

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