Bettina Wulff Wie sie mit den Bordell-Gerüchten aufräumt

Christian und Bettina
Die Rückkehr der Wulffs
Der ehemalige Bundespräsident und seine Gattin auf dem Weg zum III. Symposium der Peter-Maffay-Stiftung. (Foto) Zur Fotostrecke

Juliane ZiegengeistVon news.de-Redakteurin
Erst die Klagen gegen Google und Jauch, dann die Biografie und zuletzt Offenbarungen über Eheprobleme: Bettina Wulff therapiert sich selbst - und das öffentlich. In Jenseits des Protokolls spricht sie erstmals auch über ihr angeblich anrüchiges Vorleben im Rotlichtmilieu.

Eigentlich war Bettina Wulffs Buch erst für November angekündigt. Meine Sicht der Dinge sollte es heißen. Doch die Frau des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff ist nun einmal eine PR-Agentin, die die Regeln der Öffentlichkeit kennt. Und so stand ihre Biografie Jenseits des Protokolls bereits Anfang der Woche in einigen Buchläden, pünktlich zu den Schlagzeilen über Unterlassungsklagen gegen Google und den Moderator Günther Jauch. Ihnen hatte Wulff, wie bereits mehreren anderen namhaften Medien, die Verbreitung von Gerüchten über ihr angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu untersagen wollen.

Diesen Gerüchten widmet Wulff in ihrem Buch ein ganzes Kapitel. Unter dem Pseudonym Lady Victoria soll sie in Etablissements wie dem Chateau Osnabrück und dem Berliner FFK-Club Artemis als Gesellschaftsdame gearbeitet haben. Auch ihren Mann Christian habe sie nicht etwa auf einer Wirtschaftsdelegationsreise in Südafrika, sondern in einem Edel-Bordell kennengelernt. Diese und andere Unwahrheiten hätten anonyme Blogger im Internet in Umlauf gebracht, als ihr Mann noch niedersächsischer Ministerpräsident war, erklärt Wulff. «Wenn es nicht um mich gehen würde, fände ich das eine richtig abenteuerliche Geschichte», gibt sie zu.

Doch es geht um sie - auch, als Christian Wulff 2011 ins Amt des Bundespräsidenten berufen wird. Die Gerüchte verschärfen sich, werden nicht nur von Medien aufgegriffen, sondern laut Wulff auch unter Politikern hinter vorgehaltener Hand diskutiert. Noch am Wahltag seien Journalisten sogar von Politikern höchstselbst auf die Gerüchte hingewiesen worden. Von «Rufmord» und «Diffamierung» spricht die ehemalige First Lady, von Jahren, in denen sie «so viel geheult» habe. Dennoch gingen sie und ihr Mann zunächst nicht in die Offensive, «es hätte dem anonymen Rufmord eine viel zu große Bedeutung eingeräumt».

Überhaupt habe die Familie nicht mit jener Tragweite gerechnet, die die Gerüchte im Laufe der Jahre angenommen hätten. Die «Penetranz», mit der Journalisten nach Beweisen suchten, kommentiert Wulff deutlich: «Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.» Nie seien Pseudoinformantionen hinterfragt, nie sei sie selbst darauf angesprochen worden. Auch über ihre tatsächlichen Jobs in einem Fitnessstudio und einem Weinkontor, wo Wulff während des Studiums aushalf, sei nie berichtet worden. Ein Ärgernis für die Ex-Präsidentengattin.

Bettina Wulff will ihr Bild in der Öffentlichkeit gerade rücken

In ihrem Buch stellt sie ein für alle mal klar: «Ich habe nie als Escort-Lady gearbeitet. Das ist einfach absoluter Quatsch.» Wulff will zeigen, wie sie ist, sagt sie eindringlich im von ihr selbst gesprochenen Vorwort zur Hörbuchausgabe von Jenseits des Protokolls. Sie will das auch durch die Kreditaffäre ihres Mannes angekratzte Bild der Wulffs ins «rechte und gerechte Licht» rücken. Sie sei nicht die luxusverliebte, auf Profit erpichte Society-Lady, als die sie in den Medien gerne dargestellt werde, und ihr Mann sei kein Lügner.

So soll ein Mitschüler den Ex-Bundespräsidenten vor dessen Sohn Leander einmal beschimpft haben. Der bekomme mit seinen acht Jahren über Zeitungen und das Internet alles mit - womöglich auch, welche Begriffe ihm bei der Suchanfrage «Bettina Wulff» auf Google vorgeschlagen werden. Als «unerträglich» und «beschämend» bezeichnet seine Mutter allein den Gedanken daran. Warum sie gerade jetzt zum großen Gegenangriff übergeht, verschiedenen bunten Blättern sogar Auskunft über Eheprobleme gibt und die mediale Belagerung, die sie so kritisiert, damit selbst noch befeuert, bleibt trotz Wulffs neuer Offenheit unklar.

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Wenn Politik privat wird
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Sie wolle die Gerüchte nicht auf sich sitzen lassen, sich nicht verstecken oder für etwas beschimpft werden, das nicht wahr sei, sagt sie. Auch um ihres Mannes und vor allem um ihrer Söhne willen. Für sie habe es Zeiten gegeben, in denen sie Angst hatten rauszugehen, weil das Haus von Reportern umringt gewesen sei. Ob sich das mit ihrer Buchveröffentlichung ändern wird, ist überaus zweifelhaft. Schließlich ist Bettina Wulff sechs Monate nach dem Rücktritt ihres Mannes Christian präsenter denn je - und mit ihr auch die Gerüchte um ihr vermeintlich anrüchiges Vorleben. Nur hat sie diesmal selbst dafür gesorgt.

kls/news.de

Leserkommentare (53) Jetzt Artikel kommentieren
  • Roland Berger
  • Kommentar 53
  • 12.01.2013 01:02

Diese Frau ist nicht mehr wert als das Groß der Bevölkerung. In einem Jahr ist das alles bedeutungslos und niemand interessiert sich für diese Geschichten. Nur weil sie die Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten ist (vermutlich bald: war) ist ihre Vita keinesfalls bedeutungsvoller als die "normaler Sterblicher". Eigentlich verschwendete Zeit, sich damit zu beschäftigen - esgibt für jeden von uns Wichtigeres und Besseres.

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  • Istvan Szendi
  • Kommentar 52
  • 09.01.2013 21:52

Ich freue mich euch mitteilen zu dürfen, es ist eine Grenze, wo für Deutschland werden leider immer mehr Beweise geliefert, warum machte dieser Staat kurz nacheinander zwei Weltkriege und verlor. Die Deutsche sind sehr fleißig, bewusst, traditionspfläger, aber nicht in der Politik, die eben dieser Volksfleiß viel schützen müssen. Der damalige Bundespräsident Hr. W. verrät seinen Staat. Seine Frau, wenn sie auch deutsche Staatsangehörigkeit hat, ist auch straftäterin. Wenn sie noch ein Buch schreibt, dann wird ihre Tat veröffentlicht. Ich hoffe, dass das deutsche Volk erkennt die Grenze.

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  • Jörg Feix
  • Kommentar 51
  • 09.10.2012 07:00

Teil 2.) Also warum bekommt Herr Diekmann nicht bei echten Themen die A-Backen zusammen? z. B. Korruption in der Politik? Target 2 dort im März 2012 - 65Milliarden verschwunden! Länderstrukturfonds 4,6Milliarden! ESM Vertrag ettliche Millionen! Präsident und der größte Teil der EU ohne Demokratische Wahl! Die Gelder unserer Kinder, Eltern und unserer und somit unserer Renten selbst verschwinden im extrem dunklen Politiksuppe.Das gleiche ist bei der Bildung zu sehen in BW 1160 Leherstellen gestrichen und dann noch die Krawalle um uns! Kai Diekmann hat nur bewiesen dass Er ein Egomahne ist

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