Jenseits des Protokolls Bettina Wulffs PR-Kampagne

Bettina Wulff und ihr Comeback umweht der Ruch einer perfekt inszenierten Pressekampagne. Dass ihr Buch Jenseits des Protokolls ein Bestseller wird steht außer Frage. Dafür aber liefert sie sich den Medien ein zweites Mal aus.

Christian und Bettina: Die Rückkehr der Wulffs

Christian und Bettina Wulff haben schwere Zeiten hinter sich, ohne Zweifel. Bei all den berechtigten Vorwürfen und trotz der völlig dilettantischen Krisenpolitik des ehemaligen Staatsoberhaupts: Den öffentlichen Shitstorm, der zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 auf die kleine Familie niederging, möchte man seinem ärgsten Feind nicht wünschen. «Was wir erlebt haben, das ist schrecklich», klagt Christian Wulff heute. Er, der Ex-Präsident, medial hingerichtet, seine Frau durch Rotlicht-Verleumdungen diskreditiert.

Danach zogen sich die Wulffs ins ländliche Großburgwedel zurück. Es wurde einigermaßen ruhig um sie. Man hätte der Familie gewünscht, dass es ein Rückzug auf Dauer ist. Doch gut sechs Monate später scheint vor allem Bettina Wulff vehement zurück in die Öffentlichkeit zu drängen. Die Auftritte bei Charity-Veranstaltungen nehmen zu, die Wulffs zeigen sich wieder als glückliches Paar und Bettina will sich künftig als selbstständige PR-Beraterin etablieren.

Dass sie das Werbehandwerk versteht, zeigt sie schon jetzt. Mit Klagen gegen Günther Jauch und Google schaffte sie es quasi über Nacht, sich auf Platz eins des medialen Interesses der Republik zu katapultieren. Eine Situation, wie gemalt, um ihr Buch Jenseits des Protokolls zu lancieren. Das wirft Fragen auf und bringt ihr den Vorwurf ein, eine perfekt inszenierte PR-Kampagne zu verfolgen.

Wieso reicht Bettina Wulff die Klagen gegen Günther Jauch und Google mehr als ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes ein? Weshalb erscheint das für November angekündigte Buch, das noch vergangene Woche nicht einmal einen Titel besaß, plötzlich innerhalb weniger Tage? Und warum breitet die ehemalige First Lady, kaum zur Ruhe gekommen, ihre ganze leidige Geschichte noch einmal freiwillig in der Öffentlichkeit aus?

Nicht nur Thilo Sarrazin oder Helmut Schmidt und Peer Steinbrück haben vorgemacht, wie mit geschicktem Einspannen der Medien Bücher zu Bestsellern werden. Diese Strategie scheint nun auch Bettina Wulff zu verfolgen. Es würde nicht überraschen, wenn die 38-Jährige in den nächsten Wochen bei Sandra Maischberger, Markus Lanz oder Reinhold Beckmann Platz nimmt.

Das ist natürlich legitim. Aber es lässt auch jegliches Mitleid mit den Wulffs verschwinden. Wer so mit den Medien spielt, darf sich nicht wundern, wenn er von ihnen zerrissen wird.

Politiker & Liebe: Wenn Politik privat wird

ham/news.de

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Leserkommentare (15) Jetzt Artikel kommentieren
  • Frank Althoff
  • Kommentar 15
  • 17.09.2012 08:21

Und so eine Blöde Braut hat mal unser Schloss Bellevue bewohnt und nannte sich first Lady..OH GOTT.?? Wir Berliner und Deutschland überhaupt sind wirklich die Deppen der ganzen Welt.....Ich schäme mich Deutscher zu sein.....

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  • Siegfried Kunze
  • Kommentar 14
  • 15.09.2012 14:46
Antwort auf Kommentar 13

nein das ist die Realität in dieser kaputten Gesellschaft und nicht nur in diesem Fall, sondern in allen Bereichen-eben Bananenrepublilk -BRD!

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  • hoerbell
  • Kommentar 13
  • 15.09.2012 13:19

UNAPPETITLICH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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