Barack Obama Präsident der sozialen Netzwerke

US-Wahlkampf
Prominente Unterstützer von Romney und Obama

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Barack Obama und Mitt Romney liefern sich ein enges Rennen ums Weiße Haus. Geht es nach dem Internet, dürfte der amtierende US-Präsident allerdings klar im Vorteil sein. Obama und Romney im Social-Media-Check.

Können Soziale Netzwerke einen Wahlkampf entscheiden? Geht es nach der allgemeinen Beurteilung der letzten Wahlen in den USA, dann muss die Antwort in jedem Falle lauten: «Ja, sie können  zumindest eine entscheidende Rolle spielen.» Erstmals nutzte mit Barack Obama im Wahlkampf 2008 ein Präsidenschaftskandidat Social Media, um vor allem junge Wähler zu mobilisieren. Das Ergebnis ist bekannt. Barack Obama zog nicht nur ins Weiße Haus ein, sondern sicherte sich nebenbei noch den Titel des «Web 2.0 Präsidenten».

Vier Jahre sind seitdem vergangen und die Sozialen Netzwerke haben inzwischen einen noch viel größeren Stellenwert in der medialen Selbstdarstellung und Kommunikation erlangt. Für Politiker diesseits wie jenseits des Atlantiks gehört es längst zum guten Ton, mit einem eigenen Facebook- und Twitter-Account den Kontakt zu den Wählern so eng wie noch nie zu halten. Auch in der heißen Phase des US-Wahlkampfs feuern die beiden Widersacher Mitt Romney und Barack Obama im Internet aus allen Rohren. Der Social-Media-Check:

Barack Obama

Der US-Präsdent begnügt sich nicht nur mit den Mainstream-Diensten Facebook und Twitter, sondern spielt auf der gesamten Klaviatur der Social-Media-Dienste. Längst ist der Amtsinhaber auch bei LinkedIn, Foursquare, Tumblr, Instagram oder Pinterest vertreten. Vor kurzem erweiterte der mächtigste Mann der Welt sein Portfolio mit dem hierzulande noch nahezu unbekannten Reddit. Dem Anti-Facebook bescherte er damit einen gehörigen Bekanntheitsschub - und landete selbst einmal mehr einen PR-Coup.

Dennoch bleiben Facebook und Twitter die Kernwaffen des mächtigsten Mannes der Welt. Allein die nackten Zahlen sind beeindruckend. 28,5 Millionen gefällt Barack Obamas Facebook-Seite, 19,6 Millionen folgen ihm beim Kurznachrichtendienst Twitter. Eine gewaltige Netzgemeinde, die Obama und sein Wahlkampfteam unablässig mit Bildern, Neuigkeiten und Informationen versorgen. Zehn bis 15 Tweets werden an normalen Tagen ins Netz gezwitschert.

Obamas Netzpräsenz ist Teil einer ausgeklügelten Social-Media-Strategie. Das illustrieren auch Berichte über ein eigens entwickeltes System, mit dem sich Obamas Unterstützer per Smartphone und einer Art App bei der Wahlpropaganda selbst organisieren und absprechen können. In diesem Bereich setzen der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und sein Entwickler-Team zweifellos weltweite Maßstäbe.

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Mitt Romney

Es ist so ein bisschen wie beim Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel. Egal wo Mitt Romney auch hinkommt - Barack Obama war schon da. Dass er die sozialen Medien vernachlässigen würde, kann man Mitt Romney jedenfalls nicht nachsagen. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner kann sich im Netz auf eine getreue Gefolgschaft verlassen.

Und auch für Romney und sein Team besteht die Welt längst nicht mehr nur aus Facebook (6,7 Millionen Fans) und Twitter (eine Million Follower). Allein: Der Herausforder hechelt dem Präsidenten in allen Bereichen hinterher. Kassiert Obama für sein Foto mit einem Pizzabäcker über 70.000 Instagram-Herzen, so kommt Mitt Romney bei dem Foto-Netzwerk nicht einmal auf die Hälfte an Abonennten.

Der Herausforderer und seine Partei organisieren sich und ihre Unterstützer ebenfalls im Netz. Während bei Obama allerdings schon vieles mobil abläuft, bewerkstelligen die Republikaner das über die Internetseite von Mitt Romney. Auch hier bleibt Romney bei allem Aufwand eher die Rolle des Hasen.

Fazit

Barack Obama beherscht die Sozialen Netzwerke wie kein anderer. Eine Studie ergab vor wenigen Wochen, dass Obama insgesamt nicht nur viermal so viele Inhalte wie Mitt Romney postet, sondern auch in doppelt so vielen Netzwerken präsent ist. Schon vor vier Jahren haben sie maßgeblich zu seinem Triumph über John McCain beigetragen - und die Prognose ist nicht allzu gewagt, dass sie ihm auch gegen Mitt Romney wieder zum Sieg verhelfen könnten.

Die Nutzung der Sozialen Netzwerke wirkt bei Obama nicht wie eine unliebsame Zweitexistenz, die als Wahlkampfinstrument missbraucht wird, sondern echt und authentisch. Fast unmöglich für Mitt Romney, gegen Obamas perfekt ausgeklügelte Strategie anzukommen - zumal Romney die Rolle des Sympathieträgers auch im Internet größtenteils abgeht.

zij/news.de

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