Terrorismus Zitate von Zeitzeugen

Zitate von Zeitzeugen (Foto)
Zitate von Zeitzeugen Bild: dpa

München - Am 5. September 1972 blickte die Welt schockiert auf München - Terroristen hatten israelische Sportler im Olympischen Dorf als Geiseln genommen. Die Befreiungsversuche der Polizei werden zu einem Desaster, es kommt zu einem Blutbad, bei dem alle Geiseln sterben.

Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert einige Aussagen von israelischen Olympia-Teilnehmern, die dem Anschlag entkamen, und den damals verantwortlichen Politikern:

«Es war für Fremde kein Problem, ins Dorf zu kommen. Es reichte aus, einen Trainingsanzug zu tragen. (...) Alle wussten, wo wir waren. Jeder konnte am Eingang einen Plan des Dorfes bekommen.» (Der israelische Leichtathlet Shaul Paul Ladany)

«Der Lauf des Gewehrs war auf meinen Bauch gerichtet und ich bemerkte die Ausgangstür, die zwischen mir und dem Terroristen war. Ich drücke seine Kalaschnikow von mir weg und renne durch die Tür, zick zack zwischen den Betonpfeilern. Ich schaue nicht zurück. Er feuert mindestens zwei, drei Gewehrsalven auf mich ab. Ich lasse mich aber davon nicht beirren und laufe weiter.» (Ringer Gad Tsabary beschreibt in der Fernsehdokumentation «Der elfte Tag» des Senders Biography Channel seine Flucht)

«Ich bin überzeugt, dass wir das uns Mögliche getan haben.» (Der damalige bayerische CSU-Innenminister Bruno Merk über die Arbeit des Krisenstabes)

«Nach dem was geschehen war in Deutschland bis 1945 nun wieder israelische Sportler in Lebensgefahr, bedroht - hier in Deutschland. Das war ein unerträglicher Gedanke. (...) Für mich war das der schrecklichste Tag meiner langen Amtszeit als Mitglied der Bundesregierung.» (Hans-Dietrich Genscher, damals als Bundesinnenminister im Krisenstab, in der ARD-Fernsehdokumentation «Vom Traum zum Terror: München 72»)

«The Games must go on.» (IOC-Präsident Avery Brundage nach dem blutigen Ende des Anschlags)

«Es war sehr hart für uns. Wir haben unsere Freunde beweint. (...) Aber heute glaube ich, es war gut, dass die Olympischen Spiele weitergingen. (...) Wir durften den Terroristen nicht geben, was sie wollten. Das wäre sonst ein Sieg für die Terroristen gewesen.» (Sportschütze Henry Hershkovitz, der durch den Garten vor den Terroristen fliehen konnte)

«Auf die deutschen Polizisten bin ich nicht mehr wütend, auch wenn sie ohne Zweifel katastrophal agiert haben. Sie hatten damals noch keine ausreichende Erfahrung mit Terroristen. Wütend aber macht mich bis heute, dass niemand für ausreichende Sicherheit für uns gesorgt hat. Es gab ja schon vorher Anschläge auf israelische Ziele. Doch niemand hat das ernst genommen. Wünsche von Vertretern unserer Delegation nach sicheren Unterkünften wurden einfach ignoriert.» (Fechter Dan Alon, der ebenfalls fliehen konnte, im Interview mit der «Abendzeitung München»)

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig