Merkel beim Gillamoos Wenn Griechenland im Bierzelt ankommt

Bundeskanzlerin Angela Merkel gönnt sich auf dem Gillamoos-Volksfest im bayerischen Abensberg eine Maß Bier. (Foto)
Bundeskanzlerin Angela Merkel gönnt sich auf dem Gillamoos-Volksfest im bayerischen Abensberg eine Maß Bier. Bild: dpa

Zwischen Bierbänken und Maßkrügen haben sich Politiker aller Parteien beim Gillamoos-Volksfest in Abensberg eine verbalen Schlagabtausch geliefert. Dabei ging es wie immer um den Euro. Kanzlerin Merkel verteidigte ihren Sparkurs, der von der SPD einmal mehr scharf kritisiert wurde.

Die Eurokrise hat den mit viel politischer Prominenz besetzen traditionellen Schlagabtausch auf dem traditionellen Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg dominiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb bei ihrem Gastauftritt bei der Schwesterpartei CSU für eine Stabilitätsunion in Europa. Mit einer Schuldenunion müsse Schluss sein. Merkel lieferte sich bei den zeitgleichen Kundgebungen in mehreren Bierzelten mit insgesamt mehreren Tausend Gästen eine Redeschlacht mit Politikern von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern.

Laut Merkel muss Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen und auf Reformen in anderen Ländern dringen, «auch wenn man manchmal sagt, wir sind hart». Die Reformprogramme in Griechenland, Spanien und Portugal müssten umgesetzt werden, auch wenn sie anstrengend seien. «Aber wir hatten auch schon manchmal schwierige Situationen», sagte die Kanzlerin vor mehr als 3000 Besuchern im Hofbräufestzelt.

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Bei der SPD stieß die Eurokrisenpolitik von CDU und CSU auf scharfe Kritik. Die Union spiele nur noch auf der «Klaviatur von Ressentiments und Vorurteilen», sagte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Dem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf Ude in der Eurodebatte «skrupellose Vereinfachung» vor. Dobrindt hatte jüngst mit der Äußerung, dass er Griechenland 2013 außerhalb der Eurozone sehe, für Unmut auch in den eigenen Reihen gesorgt.

Griechenland spaltet die Politik

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, sprach sich für Solidarität mit finanziell angeschlagenen EU-Staaten aus. «Wir müssen damit aufhören, unsere europäischen Nachbarn zu beleidigen», sagte Trittin. Es sei jetzt wichtig zusammenzuarbeiten. Ein gemeinsames Europa sei die Grundlage für Frieden. Die müsse verteidigt und erhalten werden, betonte Trittin.

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, warb für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. «Wir leben in einem gemeinsamen europäischen Haus. Wenn der Dachstuhl brennt, kann man im Erdgeschoss nicht sagen, es geht uns nichts an», sagte Kubicki. «Wir haben die Verpflichtung, den Menschen eine Perspektive zu geben, auch wenn die Regierungen in der Vergangenheit versagt haben». Kubicki betonte, der Fehler sei gewesen, Griechenland überhaupt in die Eurozone aufzunehmen. «Mit dem müssen wir jetzt umgehen.»

Ganz anderer Ansicht sind da die Freien Wähler. Ihr Chef Hubert Aiwanger bekräftigte seine Forderung nach einem Austritt Griechenlands. «Krisenländer, die wegen fehlender Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Eurozone nicht zu halten sind, müssen wir in ihrem eigenen Interesse aus den Zwängen der Eurozone heraushelfen und ihnen einen Neuanfang mit eigener Währung ermöglichen», sagte Aiwanger.

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zij/news.de/dapd

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 6
  • 05.09.2012 13:08

Sollten unsre Politversager nicht professionellen Rat von Schuldenberater Kalwas einholen? Der hat sicher konkrete Vorschlage wo diese Geldverschwender einsparen können...nämlich am ersten bei sich selbst.

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  • isabella
  • Kommentar 5
  • 04.09.2012 21:50

na klar, im bierzelt redet's sich immer gut...... aber über politik?..... griechenland ist doch nur über betrug in die eurozone gekommen, wieso sollen wir den betrug noch weiter unterstützen? es reicht doch langsam...........sind wir nicht schon pleite genug?????

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  • heinrichIV
  • Kommentar 4
  • 04.09.2012 13:38
Antwort auf Kommentar 3

Die CDU im Parlament bereits einen Entwurf ihrer neuen Parteiflagge vorgelegt, der von allen mit Begeisterung aufgenommen wurde. Es handelt sich dabei um die neue CDU-Islam Flagge. Bald schon müssen alle Christlich-Sozialen dann 5-mal täglich beten, damit bei denen ein Licht aufgehen soll. Siehe "Hammermeldung" http://geld-rausch.blogspot.de/2012/08/zitate-von-deutschen-politikern-und.html

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