Ehrensold-Erhöhung Die Geister, die Wulff rief

Ab 2013 steigt der Ehrensold für den amtierenden und alle bisherigen Bundespräsidenten. Missgönnt wird das nur einem: Christian Wulff. Dafür hat der Gauck-Vorgänger während und nach seiner Amtszeit alles getan.

Parteiensponsoring: Das falsche Spiel der Politiker

Nein, für die neueste Negativschlagzeile kann Christian Wulff nun wirklich nichts. Auf 217.000 Euro wird der Ehrensold für den amtierenden Bundespräsidenten Joachim Gauck und alle seine noch lebenden Vorgänger ab dem kommenden Jahr steigen. Pro Jahr sind das 18.000 Euro mehr. Auch für den gefallenen Christian Wulff, der als einziger Nutznießer mal wieder als Abzocker da steht.

Sicher hätte man den Politikern angesichts der europäischen Schuldenkrise ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl beim Timing gewünscht. Dennoch überrascht der Aufschrei gegen Wulff nicht. Die Debatte um seinen Ehrensold hatte vor wenigen Monaten die ganze Republik erregt. Nach seinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Amt des Bundespräsidenten hatte Wulff vehement auf seiner Pension bestanden, anstatt die Chance zu ergreifen, sich mit einem Verzicht viel verlorene Sympathie zurückzuholen.

Angesichts dieser Vorgeschichte löst die Anhebung des Präsidentensalärs mehr als den reflexartigen Aufschrei aus, der bei der Erhöhung von Politiker-Diäten stets erfolgt. «Absahner», «unmöglicher Mensch» oder «widerlicher Schmarotzer» gehören noch zu den harmloseren Bezeichnungen für Wulff unter dem «Enthüllungsartikel» der Bild. Ein Image, das Christian Wulff wohl für immer mit sich herumtragen wird.

Dafür hat der Christdemokrat allerdings auch alles getan. Mit dem monatelangen Theater um seine Kontakte zu Unternehmern, beanspruchten Vergünstigungen und dem Beharren auf Ehrensold und Zapfenstreich hat Wulff diese Geister gerufen. Immer wird sein Gesicht auch eine hässliche Abzockerfratze tragen. Daran ändert keine neue Brille etwas. Im Sinne seines eigenen Wohlergehens mag man ihm raten, sich so weit wie möglich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.

ham/news.de

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Leserkommentare (21) Jetzt Artikel kommentieren
  • Niedersachse
  • Kommentar 21
  • 16.10.2012 10:22

Ich schäme mich, aus dem selben Bundesland Niedersachsen zu kommen wie dieser Schmutzfink Wullf. Auf der Abzockerliste steht er einsam an der Spitze !!!

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  • Oelert
  • Kommentar 20
  • 06.09.2012 11:00

nein nicht bei Wulff! Allein der Name 'Ehrensold' im Zusammenhang mit Wulff ist absoluter Hohn.Jetzt 'turteln' beide wieder in der Öffentlichkeit -wie geschmacklos und die Zeitungen (voran BILD) drucken das auch noch!!! Pfui Teufel

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  • Hans Christian Berchtold
  • Kommentar 19
  • 27.08.2012 15:34

Das ist ja typisch deutsch. Für andere gehen sie auf die Strasse und demonstrieren für ein besseres Leben oder sonst etwas. Nur für sich, da finden sie nicht den Weg, um sich frei zu machen, oder etwas zu ändern. Ja so ist der deutsche Michel. Die Schlafmützeträgt er zu recht.

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