Wowereit und BER Pleiten, Pech und Pannen

Klaus Wowereit ist Aufsichtsratschef des Berliner Großflughafens, die nicht enden wollende Pannenserie kommt Berlins Regierendem Bürgermeister äußerst ungelegen. Doch Wowereit ist nicht der erste Politiker, dem ein Großbauprojekt gewaltig auf die Füße fällt.

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Für Klaus Wowereit kommt die Sache höchst unpassend: Berlins Regierender Bürgermeister ist Aufsichtsratschef des Berliner Großflughafens und daher involviert in die nicht enden wollende Pannenserie. Seit der Verschiebung des Eröffnungstermins sinken die Beliebtheitswerte des SPD-Politikers stetig. Der politische Schaden ist immens. Großbauprojekte haben in der Vergangenheit immer wieder Politikern schwer zu schaffen gemacht. Eine Übersicht:

- Edmund Stoiber und der Transrapid: Nirgendwo in Deutschland war es gelungen, die große deutsche Erfindung auf die Strecke zu bringen. Die CSU mit Bayerns Ministerpräsidenten Edmund Stoiber an der Spitze wollte sich damit aber nicht abfinden: So entschied man, den Transrapid zwischen dem Flughafen und dem Münchner Hauptbahnhof fahren zu lassen. Das Ende ist bekannt: Das Projekt scheiterte 2008 an den Kosten und am mangelnden Zuspruch. Der politische Schaden für die CSU war groß. 2009 verlor sie die absolute Mehrheit im Freistaat, nicht nur, aber auch wegen des Themas Transrapid.

- Ole von Beust und die Elbphilharmonie: Seit 2007 ist das Konzerthaus eine Großbaustelle und ein Dauerbrenner in der politischen Debatte der Hansestadt. Bereits 2010 sollte in dem riesigen Gebäude Musik erklingen - doch bis heute hat lediglich das Richtfest stattgefunden. Noch immer wird gebaut - das Projekt ist längst zu einem Millionengrab für den Steuerzahler mutiert. Der Termin für die Eröffnung lässt weiter auf sich warten. Für den früheren Ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ein Desaster.

- Stefan Mappus und «Stuttgart 21»: Die Bahn wird irgendwann in den neuen Bahnhof einrollen. Am Bahnsteig steht dann jedoch nicht Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). Monatelang hatte es Proteste gegen das Projekt gegeben. Mappus wurde bei der Landtagswahl abgestraft und musste dem ersten Grünen-Ministerpräsidenten Deutschlands, Winfried Kretschmann, Platz machen.

BER, Stuttgart 21 & Co.: Deutschlands Pannenprojekte
zurück Weiter Für die Eröffnungsparty des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg, kurz BER, am 3. Juni 2012 war schon alles vorbereitet. Nur vier Wochen vor dem Termin ruderten die Verantwortlichen zurück. (Foto) Zur Fotostrecke Foto: dpa/Patrick Pleul/Archiv

- Manfred Stolpe und Toll Collect: Die satellitengestützte Lkw-Maut raubte Bundesbauminister Manfred Stolpe (SPD) fast durch die seine gesamte Amtszeit zwischen 2002 und 2005 den Nerv. Unterzeichnet wurden die Verträge mit dem Konsortium Toll Collect im September 2002 noch von Vorgänger Kurt Bodewig (SPD), starten sollte das Projekt im August 2003. Technische Probleme verzögerten es immer wieder, Stolpe drohte zwischenzeitlich auch mit Kündigung und Neuausschreibung. Immerhin erlebte er als Bauminister noch den Start der Maut Anfang 2005. Inzwischen spült die Lkw-Maut über 4,5 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen.

- Irmgard Schwaetzer und der Schürmann-Bau: Die ehemalige Bundesbauministerin von der FDP trug schwer an dem Projekt. Beim Weihnachtshochwasser 1993 wurde das Gebäude schwer beschädigt, zahlreiche Pannen brachten die FDP-Politikerin unter Druck. Die SPD forderte den Rücktritt, der Bundesrechnungshof befasste sich mit dem Fall. Schwaetzer plädierte für den Abriss, kam damit aber nicht durch. Der vom Architekten Joachim Schürmann entworfene Bau am Rhein wurde fertiggestellt, 2003 zog die Deutsche Welle mit rund 1.000 Mitarbeitern ein. Mit der Bundestagswahl 1994 kam der Karriereknick für Schwaetzer. Sie wurde im neuen schwarz-gelben Kabinett als Ministerin übergangen und unterlag dann noch in einer Kampfabstimmung um einen Vizepräsidentenposten des Bundestages Burkhard Hirsch. 2002 stieg sie aus dem Parlamentsbetrieb aus.

- Kurt Beck und der Nürburgring: Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) regiert Rheinland-Pfalz seit Urzeiten. Eigentlich eine stabile Lage, doch das Großprojekt bringt Beck in Bedrängnis: Sein früherer Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) muss sich gar vor Gericht verantworten. Es geht um Unregelmäßigkeiten bei der Nürburgring GmbH, einer weitgehend landeseigenen Gesellschaft. Hintergrund ist die 2009 spektakulär gescheiterte Privatfinanzierung der Erlebniswelt am Nürburgring. Für die SPD und Beck wird das einstige Zukunftsprojekt zur Belastung.

- Matthias Platzeck und der Lausitzring: Weil Deutschland eine Rennsportnation ist, setzte das Land Brandenburg unter Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) in den neunziger Jahren auf den Bau des «EuroSpeedway Lausitz». Die neue Rennstrecke sollte sich im nationalen wie internationalen Motorsport etablieren. Das Ergebnis: Allein der Bau verschlang weit mehr als Hundert Millionen Euro. Danach musste das Land die Rennstrecke wiederholt unterstützen. Erstaunlich ist jedoch, dass die Misere an Stolpes Nachfolger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bisher spurlos vorüber ging. Er regiert das Land seit 2002.

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wam/news.de/dapd

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • affair
  • Kommentar 5
  • 19.08.2012 17:10
Antwort auf Kommentar 2

Darum gehte es nämlich.Warum kann ein Schwuler, Nichtskönner, Handaufhalter,Schwätzer ,Befehlsempfänger.Lachnummer usw dort sein und hpklimbi eben nicht?........hpk ist weder Beamter, noch hat er eine der restlichen oben genannten Qualifikationen.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 4
  • 19.08.2012 15:53
Antwort auf Kommentar 2

Da kann dann im ungünstigsten Fall mit den entsprechenden Beziehungen und dem gerade richtigen Parteibuch auch der allergrößte Idiot in den Genuß eines Amtes kommen, an dessen Verantwortung noch viel mehr schon gescheitert sind als die, die hier namentlich zitiert werden. Das sind nur die besonders "herausragenden" Fälle.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 3
  • 19.08.2012 15:50
Antwort auf Kommentar 2

Sie sollten vielleicht mal die Diskussionsbeiträge aufmerksam lesen, die Sie unter folgendem Link finden: http://www.news.de/politik/855332954/korrupte-politiker-nicht-laenger-mit-zweierlei-mass-messen/1/. Da haben Sie dann gleichzeitig auch die einmalige Gelegenheit, kostenlos etwas für Ihr sehr mangelhaftes Demokratieverständis zu tun. Ohne Gepöbel! Und Sie werden mit etwas Nachdenken vielleicht auch darauf kommen, dass die Ausübung bestimmter Tätigkeiten wie die eines Politikers entweder gar nichts, oder allenfalls sehr wenig mit Sachkenntnis, sondern allein mit Beziehungen zu tun hat.

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