Rente mit 80? Deutsche wollen mehr arbeiten

Viele Deutsche würden mehr arbeiten, wenn mehr Jobs da wären. Vor allem teilzeitarbeitende Frauen in Ostdeutschland stünden bereit. Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement will fitte Deutsche dagegen bis ins hohe Alter arbeiten lassen und die Rente mit 67 kippen.

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In Deutschland suchen weit mehr Menschen eine Arbeit als die offiziellen Arbeitslosen. Auf 7,4 Millionen Menschen haben Wissenschaftler des Statistischen Bundesamtes am Mittwoch das bislang ungenutzte Arbeitskräftepotenzial von Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren beziffert. Sie verwendeten dabei Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, die sich von der deutschen Arbeitsmarktstatistik unterscheiden. Der Reserve stehen rund 39,6 Millionen Erwerbstätige gegenüber.

Zum Potenzial gehören neben 2,5 Millionen Erwerbslosen auch 2,0 Millionen Teilzeitbeschäftigte und 1,7 Millionen Menschen mit Vollzeitjobs von mindestens 32 Stunden, die dennoch mehr arbeiten wollen. Außerdem wurde eine «stille Reserve» von 1,2 Millionen Menschen identifiziert, wie das Amt am Mittwoch berichtete.

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Von den Jobinhabern fühlte sich nahezu jeder Zehnte unterbeschäftigt. Vor allem Menschen in Teilzeitjobs - zu 72 Prozent Frauen - würden gerne mehr arbeiten, wenn sie könnten. Vollzeitbeschäftigte suchten meist nur kleine Zusatzjobs mit wenigen Stunden. Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial ist in Ostdeutschland deutlich höher als im Westen. Frauen sind stärker betroffen als Männer.

Etwa jeder 20. der Nichterwerbspersonen wird von den Statistikern der «stillen Reserve» zugerechnet. Das sind Menschen, die zwar grundsätzlich arbeiten könnten und wollten, aber derzeit nicht suchten oder einen Job zumindest kurzfristig nicht antreten könnten.

Einen Vorstoß für Arbeiten bis ins hohe Alter macht der ehemalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Clement hält die Rente mit 67 angesichts des demografischen Wandels für nicht ausreichend, seiner Ansicht nach könnten fitte Senioren bis 80 arbeiten. «Wir sollten ein Signal für längeres Arbeiten setzen», sagte der 72-Jährige der Tageszeitung Die Welt. Die gesetzliche Lebensarbeitszeitbegrenzung soll nach dem Willen des ehemaligen SPD-Politikers abgeschafft werden.

wam/news.de/dpa

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • hpklimbim
  • Kommentar 5
  • 19.08.2012 18:07

Selbständige machen das schon seit Jahrzehnten. So etwas kann man aber nicht stimmungsvoll an die Wahlesel verkaufen. Und Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sind mittlerweile nichts Anderes mehr als die Steuern von Morgen.

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  • Deutscher Steuerzahler
  • Kommentar 4
  • 17.08.2012 02:08

Ich bin der Meinung wir sollten arbeiten bis wir 110 sind und die Rentenabgaben an Griechenland zahlen, damit dieses großartige für Europe so wichtige Volk schon statt mit 55 Jahren mit 30 Jahren in Rente gehen kann... HURRA WIR DEUTSCHEN VERBLÖDEN und haben uns wirklich KOMPLETT ABGESCHAFFT!!!! Aaaaaber huuuurrrrraaaa es geht immer noch was.... DEUTSCHLAND mit all seinen Politikern ( denen wirkilch der Dachstuhl komplett ausgebrannt ist... ALLEN!) wird schon was einfallen um uns noch mehr zu schröpfen... wie wäre es die MwSt. auf 40% zu erhöhen... HURRRRAAAAA... und JAWOHL!!! Wir machen mit!

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  • anger
  • Kommentar 3
  • 16.08.2012 08:57
Antwort auf Kommentar 2

Für sich selbst dürfen Sie das gern beschließen. Ein Heraufsetzen des Rentenalters heißt schlicht Rentenkürzung. Eine Zwangserhebung von Beiträgen mit wiederholtem Bruch der Leistungszusage nennt man fortgesetzten Betrug. Beim Staat als Täter eben Enteignung. Clement gehört jener Phalanx an, die dem Wahlvieh Fäzes ins Maul geschmiert und als Marmelade verkauft hat. SPD: Selbstversorger pulverisieren Deutschland.

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