Fr., 24.05.13

Promis fragen die Kanzlerin Angela Merkel mal ganz privat

«Ich jedenfalls kann noch immer herzlich lachen», versichert Kanzlerin Angela Merkel. (Foto)
«Ich jedenfalls kann noch immer herzlich lachen», versichert Kanzlerin Angela Merkel. Bild: Timm Schamberger/dapd

Von Uta Winkhaus
Sie muss ein braves Kind gewesen sein. Für ihre größte Jugendsünde hält Angela Merkel, dass sie einst im neuen West-Trainingsanzug in eine harzige Baumhöhle kroch. Auf Promi-Fragen gewährt die Kanzlerin im Magazin der Süddeutschen Zeitung überraschende Einblicke.

Der Geruch ihrer Kindheit? Kiefern und Heu und im Herbst der Duft der Kartoffeln im Dämpfer. Ihre größte Angst? Bei einem Gewitter ungeschützt zu sein. Ihr größtes persönliches Opfer für die Nation: Nicht mehr unerkannt einkaufen zu können. Und ihre größte Jugendsünde: Mit einem neuen Trainingsanzug aus einem Westpaket in eine harzige Baumhöhle zu kriechen.

Angela Merkel wirkt oft spröde, ihr Privatleben schottet die Kanzlerin weitgehend ab. Jetzt haben bekannte Deutsche im Auftrag des Magazins der Süddeutschen Zeitung versucht, der Privatfrau auf die Spur zu kommen. Prominente von Fußballer Philipp Lahm bis Erzbischof Robert Zollitsch haben kurze, persönliche Fragen aufgeschrieben. Merkel erbat sich laut SZ-Magazin ein paar Tage Zeit, dann schickte sie ihre Antworten. Kurz, knapp, kontrolliert - aber auch witzig und schlagfertig.

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Frauen, die die Welt bewegten

Vom Lieblingsfilm bis zum Lieblingsort

Publizist Roger Willemsen will wissen, welches Doppelleben Merkel gern führen würde («keine Zeit und keine Neigung»), Moderator Reinhold Beckmann, was sie an SPD-Frau Hannelore Kraft schätzt («dass sie sich auch für Fußball interessiert»). Schauspieler David Kross fragt nach dem Lieblingsfilm («Jenseits von Afrika»), die scheue Unternehmerin Susanne Klatten nach dem Ort, an dem Merkel aufwachen möchte («Zu Hause in der Uckermark»).

Die Antworten auf die 37 Fragen zeichnen kein neues Merkel-Bild. Sie werfen aber zumindest ein Schlaglicht auf den Gemütszustand einer Politikerin, die nach sieben Jahre Kanzlerschaft trotz aller Krisen alles andere als humorlos geworden ist. «Ich jedenfalls kann noch immer herzlich lachen», versichert sie dem Kabarettisten Eckart von Hirschhausen.

Manche Fragen sind aufschlussreicher als die Antworten. Die oft schrill gekleidete Grünen-Chefin Claudia Roth will wissen, ob es Merkel nicht auch nerve, dass bei Frauen in der Politik «immer noch Frisur, Kleidung, Halskette und jede Gefühlsregung bewertet werden». Lapidare Antwort der Kanzlerin: «Es ist Teil meines Lebens geworden.»

Merkel hat ihren ganz eigenen Humor

Als der frühere Tennisprofi Boris Becker fragt, wen sie gern zu einer Dinnerparty einladen würde, bescheidet ihn Merkel fast ein bisschen streng, dass sie keine Dinnerpartys veranstalte. «Aber zu einem Abendessen würde ich gern einmal Vicente del Bosque einladen», den spanischen Fußball-Nationaltrainer, der die deutsche Elf regelmäßig in die Verzweiflung treibt.

Selbst aktiv Sport zu treiben, ist Merkel nie in den Sinn gekommen: «Ich war erkennbar so wenig begabt, dass man mich für keine Sportart für geeignet hielt», antwortet sie Ex-Radprofi Jan Ullrich. Die wohl mächtigste Frau der Welt hat andere Ventile, um Druck abzulassen: «Wandern, kochen, lachen.»

Merkel spielt zwar mit, aber wie in der Politik nach ihren eigenen Regeln. Eine Kostprobe bekommt Tennisprofi Andrea Petkovic. Die will wissen, ob Merkel einen Witz auf Lager hat. «Ja, immer», antwortet die Kanzlerin. Und Schluss.

zij/news.de/dpa

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