Syrien Assads Minister setzen sich ins Ausland ab

Es wird einsam rund um Baschar Assad: Nach zahlreichen ranghohen Militärs und Diplomaten sollen sich nun auch der syrische Ministerpräsident und drei weitere Minister ins Ausland abgesetzt haben. Am Morgen gab es einen Bombenanschlag auf das syrische Staatsfernsehen.

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Der aus Syrien geflohene Ministerpräsident Riad Hidschab hat sich den Aufständischen gegen das Regime von Baschar al-Assad angeschlossen. «Ich gebe hiermit bekannt, dass ich mich vom mörderischen und terroristischen Regime abgewandt und mich der Revolution der Freiheit und Würde angeschlossen habe», hieß es in einer Erklärung, die Hidschabs Sprecher Mohammed al-Ottri am Montag im arabischen Fernsehsender Al-Dschasira verlas.

Zuvor hatten jordanische Sicherheitskreise dem Sender bestätigt, dass Hidschab über die grüne Grenze nach Jordanien geflohen ist. Das Regime in Damaskus bestätigte das bisher nicht. Allerdings verbreiteten die Staatsmedien kurz vor den Berichten über eine Flucht Hidschabs die Nachricht, dass dieser aus dem Amt entlassen worden sei. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Nach Rebellenangaben sollen sich auch drei weitere Kabinettsminister abgesetzt haben.

Hidschab war erst zwei Monate im Amt. Vor seiner Ernennung zum Regierungschef am 6. Juni war Hidschab Landwirtschaftsminister gewesen. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vize-Ministerpräsident Omar Galawandschi bestimmt. Syrien hat ein autoritäres Präsidialsystem. Die Regierung hat eher technischen als politischen Charakter.

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Anschlag auf staatliches Fernsehen

Erneut ist zuvor ein staatliches Gebäude im streng bewachten Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus zum Ziel eines Bombenanschlags geworden. Bei der Explosion im Hauptquartier des staatlichen syrischen Fernsehens wurden nach Angaben des Senders mindestens drei Angestellte verletzt. Informationsminister Omran al Subi machte Katar, Saudi-Arabien und Israel für den Anschlag verantwortlich.

«Nichts kann die Stimme Syriens und des syrischen Volkes zum Verstummen bringen», sagte al Subi. «Wir haben Tausende Orte, von denen wir senden können.» Syrien wirft den Golfstaaten und Israel vor, die Rebellen in ihrem Kampf gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad zu unterstützen.

Die Explosion erschütterte am Montagmorgen den dritten Stock des Gebäudes des Fernsehsenders in der Innenstadt von Damaskus, in dem auch das staatliche Radio untergebracht ist.

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Das Fernsehprogramm lief ohne Unterbrechung weiter. Der private Pro-Regierungs-Sender Al-Ichbarija zeigte Bilder von den zerstörten Wänden des Gebäudes, auf dem Boden liegenden Schreibtischen und zerbrochenem Glas. Mitarbeiter des Senders waren zu sehen, wie sie einem verwundeten Kollegen halfen.

Der Anschlag war das jüngste in einer Reihe von Attentaten in Damaskus. Der für das Regime verheerendste hatte sich Mitte Juli ereignet, als vier Mitglieder von Assads innerstem Machtzirkel bei einem Anschlag in einem ebenfalls streng gesicherten Regierungsgebäude getötet worden waren.

Das Attentat wirft auch neue Fragen darüber auf, wie groß die Kontrolle der Regierung über die Hauptstadt tatsächlich ist. Nachdem es im Juli in Damaskus zu heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen gekommen war, hatte die Regierung erst am Samstag behauptet, die Hauptstadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Dennoch war es seither in einigen Vierteln zu Kämpfen gekommen.

wam/zij/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Robert
  • Kommentar 4
  • 09.08.2012 17:35

Der Katar hat ein Budget von 200 Mio. USD zum Korrumpieren der syrischen Politiker

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  • Adolar
  • Kommentar 3
  • 07.08.2012 12:09
Antwort auf Kommentar 2

Diesem "joachim sauter" empfehle ich einmal seinen Horizont zu erweitern, "http://steinbergrecherche.com/09hasbara.htm", "http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1273569/Immer-oefter-weht-in-Syrien-die-Fahne-der-alQaida?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/1262811/index.do&direct=1262811", "http://www.jihadwatch.org/2012/06/syria-houla-massacre-blamed-on-assad-regime-actually-work-of-jihadi-rebels.html" usw., damit er überhaupt eine Ahnung bekommt was sich in der Welt außerhalb seines Schweinestalles so tut!Liberman läßt grüßen!

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  • joachim sauter
  • Kommentar 2
  • 07.08.2012 06:12

die großmachte chin und rußland wollen die hauptnutznißer sein nach dem zusammenbruch des assadreims, deshalb nur deshalb blockieren sie den O H N M Ä C H T I G E N U N sicherheitsrat......

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