Kampf um Aleppo Obama hilft syrischen Rebellen heimlich

Alleinherrscher
Die größten Despoten unserer Zeit

US-Präsident Barack Obama unterstützt die syrischen Rebellen offenbar mit einer geheimen Anordnung. Offiziell überweist die US-Regierung den Aufständischen 20 Millionen Euro, angeblich gibt es keine Waffenhilfe. Derweil ist aus Aleppo ein Video mit Grausamkeiten der «Befreier» aufgetaucht.

Nach Informationen des Senders CNN hat US-Präsident Barack Obama eine geheime Anordnung unterzeichnet, die dem Auslandsgeheimdienst CIA und anderen US-Organisationen eine verdeckte Unterstützung der syrischen Aufständischen im Kampf gegen das Regime von Baschar Assad erlauben soll.

Über die genaue Art der genehmigten Unterstützung wurde nichts bekannt. Eine Bewaffnung der Rebellen im Kampf gegen das Regime von Baschar Assad hat die US-Regierung bislang ausgeschlossen. Während des Libyen-Kriegs hatte Obama eine ähnliche Direktive zur Unterstützung der gegen den damaligen Machthaber Muammar al Gaddafi kämpfenden Rebellen unterzeichnet.

Nach eigenen Angaben richtete die US-Regierung ein Budget von 25 Millionen Dollar (20 Millionen Euro) zur Unterstützung der Rebellen in Syrien ein. Ein großer Teil des Geldes sei bereits ausgegeben, sagte Ministeriumssprecher Patrick Ventrell am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Die finanzielle Hilfe dient den Angaben zufolge aber nicht dem Kauf von Waffen.

Syrien-Konflikt
Assads brutaler Krieg

Video aus Syrien zeigt Grausamkeiten der Rebellen

Die Gewalt in Syrien nimmt offenbar auch vonseiten der Rebellen immer brutalere Formen an: Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigte am Mittwochabend, wie allem Anschein nach ein Mitglied der Regierungstreuen Miliz Schabiha im Stile einer Hinrichtung von Aufständischen erschossen wird.

Die Echtheit der im Internet aufgetauchten Video-Aufnahmen konnte nicht unabhängig überprüft werden. Dennoch könnte der Vorfall die Widerstandsbewegung gegen Assad, die sich in einem moralisch gerechtfertigten Kampf gegen ein autoritäres Regime sieht, in Erklärungsnot bringen. Der Aufstand in Syrien begann im März 2011 zunächst mit friedlichen Demonstrationen, die mit zunehmender Gewalt von Assad-Truppen angegriffen wurden.

In Oppositionskreisen ist daraufhin eine heftige Diskussion über Kriegsrecht und Menschenrechtsverletzungen durch bewaffnete Revolutionäre entbrannt. Oppositionelle warnen davor, «Gefangene ohne irgendeine Form von Prozess einfach zu erschießen, denn damit begehen wir genauso Verbrechen wie das Regime».

Assads Machtzirkel zerfällt immer mehr

In Aleppo nahmen die Rebellen heute einen Luftwaffenstützpunkt unter Beschuss. Dabei setzten sie Aktivisten zufolge zuvor von Assads Truppen erbeutete schwere Waffen ein, darunter Panzer. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von Kämpfen in Damaskus, bei denen zahlreiche Aufständische getötet oder festgenommen worden seien.

Die syrischen Streitkräfte setzten im Kampf um die Wirtschaftsmetropole Aleppo unterdessen verstärkt Militärjets ein. «Gestern haben unsere Beobachter zum ersten Mal Schüsse aus einem Kampfflugzeug beobachtet», sagte die Sprecherin der UN-Mission in Syrien, Sausan Ghosheh. Sie beschrieb den «massiven Einsatz von schweren Waffen» und machte ihre Besorgnis über die Lage in der nordsyrischen Stadt deutlich. Auch die Opposition verfüge über schwere Waffen, berichtete sie.

Währenddessen zerfällt der innere Zirkel der Macht immer mehr. In Damaskus spricht man inzwischen von einem «russischen Flügel», der zu kleinen Zugeständnissen bereit ist, und einem «iranischen Flügel», der alleine auf militärische Gewalt setzt. Nach Angaben unzufriedener Funktionären des Regimes soll der sogenannte russische Flügel bei dem Attentat auf die Mitglieder des Krisenstabs in Damaskus Mitte Juli stark dezimiert worden sein, bei dem unter anderem der Schwager von Präsident Baschar al-Assad ums Leben kam. Er soll etwa zwei Wochen vor dem Attentat einen eigenen Gesprächskanal mit der russischen Führung eröffnet haben.

UN-Resolutionsentwurf: Übergangsregierung soll Macht übernehmen

Eine Abstimmung der UN-Vollversammlung über einen symbolischen Resolutionsentwurf, in dem Präsident Assad zum Rücktritt aufgefordert wird, wurde unterdessen auf Freitag verschoben. Der von arabischen Ländern initiierte Resolutionsentwurf sieht eine Machtübergabe an eine Übergangsregierung vor. In dem Papier werden die syrischen Streitkräfte zudem zu einer Einstellung von Bombardements und Hubschrauberangriffen und zum Rückzug in ihre Kasernen aufgefordert. Zugleich wird das «Versagen des UN-Sicherheitsrats» bedauert - indirekt werden damit China und Russland kritisiert, die in drei Fällen mit ihrem Veto gegen Resolutionen Sanktionen gegen Damaskus verhinderten.

Der von Saudi-Arabien ausgearbeitete Resolutionsentwurf gilt als Versuch, die Blockade im UN-Sicherheitsrat zu umgehen. Gleichzeitig sei die Sitzung der UN-Vollversammlung zum Syrien-Konflikt auch ein Ausdruck der Frustration über die Ereignisse in dem Land und die Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, ein Ende der Gewalt herbeizuführen, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Martin Nesirky. Die aus 193 Mitgliedsstaaten bestehende UN-Vollversammlung kann eine Resolution rechtlich gesehen nicht durchsetzen.

iwi/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • Deniz
  • Kommentar 7
  • 12.08.2012 19:47

Türkische Büromitarbeiter kämpfen gegen die Menschenrechte.Sie entführen behinderte und kranke Menschen nach ein Lager in der nähe von Ankara.Wo dann diese Opfer erbarmungslos gefoltert und gequält werden bis auf tode.Es fließt gnadenlos Blut im Wald von Ankara.

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  • Iason
  • Kommentar 6
  • 04.08.2012 18:38

Wer glaubt, daß die westlichen Despoten die Rebellen bisher noch nicht mit Waffen und Finanzen unterstützt haben, glaubt auch noch, daß Hitler ein Heilsbringer war. Die Großmächte und ihre Verbündeten werden wieder einmal ihren Waffenschrott los und können wieder so richtig nachrüsten. Die Waffenlobby macht wie immer die Politik.

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  • uwe schmidt
  • Kommentar 5
  • 04.08.2012 03:06

wenn die wahrheit keine hoffnung mehr sieht werdet ihr alle untergehen, in einem krieg den ihr euch nicht einmal in euren ängstlichsten träumen vorstellen könnt, der 2. weltkrieg und hitler der immer noch jammert in der unendlichkeit , ist nichts dagegen was euch erwarten wird, glaubt ihr wirklich dort drausen ihr seit stärker als das was euch erschaffen hat, ihr armseeligen

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