Euro-Krise Wird Deutschland zum Scheidungsgrund?

Noch mehr Geld in Rettungsschirme blasen? Das kann - und darf - nicht die Lösung der aktuellen Euro-Krise sein. Deutschland wird wohl in den sauren Apfel beißen und seine Pflichten in der Europa-Ehe erfüllen müssen. Für das Supernanny-Gehabe ist keine Zeit mehr.

Ökonomen warnen vor einer «Katastrophe von unabsehbaren Ausmaß», die Rating-Agenturen kratzen am Wirtschaftsprimus Deutschland und mancher spricht sogar laut aus, dass Griechenland nicht nur dem Euro, sondern ganz Europa das Genick brechen wird. Die Politik schaufelt Milliarden in Rettungspakete und Rettungsschirme für Länder, die in Not geraten sind. Doch die Zweifel, dass davon tatsächlich einmal etwas zurückfließt, sind selbst unter politischen Unterstützern dieses Vorgehens groß. Schlicht, weil sich immer wieder zeigt, dass das, was an Geld bereits vorgestreckt wird, auch weiterhin nicht reicht.

Zu verdanken ist das einer Idee, deren Einigkeitsbestreben im Krisensommer 2012 wohl an der Einigkeit scheitern wird. Der Euro, die Währung für alle Staaten Europas, sollte weltweit Stärke eines künstlich geschaffenen Konglomerats demonstrieren. Am Ende demonstriert sie nur, dass Europa bis heute an vielen Stellen mehr Schein als Sein ist. Und dass eben dieses Europa lediglich auf den Schultern einiger weniger liquider Staaten lastet. Die aber spielen sich als dicker Max auf.

Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, dürfte sich jeder gut vorstellen können, der in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nur den Lebensunterhalt für sich selbst, sondern auch für den Lebenspartner oder gar eine ganze Familie bestreiten muss. Wer über die Runden kommen will, schnallt den Gürtel enger. Das funktioniert in der aktuellen Euro-Krise jedoch nicht. Die Bürger Griechenlands könnten zusammen durch Sparen nicht erwirtschaften, was der Staat Griechenland täglich an Millionen versenkt.

Doch was wäre die Lösung? Immer mehr Geld in ein nicht funktionierendes Rettungssystem pumpen? Griechenland einfach pleite gehen und zur Drachme zurückkehren lassen? Dafür ist es längst zu spät. Die ersten Steine der Domino-Kaskade sind gefallen. Dafür hat das Europa-Prinzip gesorgt.

Das Prinzip einer Ehe - auch einer Vielehe - heißt eben, dass man in guten wie in schlechten Tagen zusammensteht. Aber nicht, dass man den Partner fesselt und knebelt, wenn das Konto überzogen ist. Am Ende wird Deutschland wohl die Blockade gegen eine gemeinsame Schuldentilgung aufgeben müssen, wenn der Krisensommer 2012 nicht zum Euro-Desaster-Sommer werden soll. Selbst Angela Merkel ist klar, dass Deutschlands Wirtschaft nur so lange etwas wert ist, wie die Bürger der anderen Euro-Staaten hier gefertigte Produkte noch kaufen können.

zij/news.de

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Leserkommentare (12) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 12
  • 05.09.2012 12:46

Für diese Milchmädchenrechnung die jeder Grundschüler begreift, braucht man weder Wirtschaftsfachmann noch Politiker zu sein. Offensichtlich sind diese angebl. Fachleute nicht mal in der Lage solch einfache Rechnungen anzustellen. Darum sind sie auch da angekommen, wo wir uns jetzt befinden, nämlich am Ende!!!

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  • heinrichIV
  • Kommentar 11
  • 05.09.2012 12:35
Antwort auf Kommentar 10

Nachtrtag: Sorry, ich meinte die mit 100 Euro (nicht mit 3 EUR) haben 2/3 ihres Geldes verloren.

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  • heinrichIV
  • Kommentar 10
  • 05.09.2012 12:32

Es sollten sich eben immer nur die zusammentun, die zusammen gehören und ähnlich gleiche wirtschaftliche und politisch Verhältnisse haben. Beispiel: Wenn sich z.B. 3 Leute mit 100 EUR in der Tasche, mit 7 anderen die nur 1 EUR in der Tasche haben, in ein Boot setzen...haben alle gemeinsam 30,7 EUR zur Verfügung. Die mit 3 EUR haben 2/3 ihres Geldes verloren u. die Habenichtse haben dicken Reibach gemacht. Auf Dauer sind alle pleite. Das ist die Euro-EU !

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