Syrien Assads Schwager und Minister sterben bei Anschlag

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Baschar al-Assad ist seit 2000 Präsident von Syrien. Statt demokratischer Öffnung erfolgte kurz nach seinem Amtsantritt eine Zentralisierung der Macht. (Foto) Zur Fotostrecke

Der Bombenanschlag auf das Gebäude der Nationalen Sicherheit ist ein Warnsignal für Assad. Denn der Sprengsatz detonierte in Hörweite des Präsidentenpalastes. Laut Staatsfernsehen sollen unter den Todesopfern der Verteidigungsminister und Assads Schwager sein.

In der syrischen Hauptstadt Damaskus spitzt sich die Lage dramatisch zu. Am Mittwoch detonierte ein Sprengsatz vor einem Gebäude der Nationalen Sicherheitsbehörde. Ersten unbestätigten Informationen von vor Ort zufolge starben durch die Explosion im Al-Rawda-Viertel fünf Menschen.

Unter den Todesopfern soll nach Berichten des staatlichen Fernsehens auch Verteidigungsminister Daud Radscheha sein. Er war wohl noch in ein Krankenhaus gebracht worden, starb dann aber an seinen Verletzungen. Auch sein Stellvertreter Asef Schawkat, der Schwager von Präsident Baschar al-Assad, kam ums Leben. Er gehörte Assads innerem Machtzirkel an und war mit dessen älterer Schwester Buschra verheiratet.

In der Behörde soll zum Zeitpunkt der Explosion ein hochrangig besetztes Treffen der Sicherheitskräfte stattgefunden haben. Dabei wurde auch der Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar schwer verletzt; sein Zustand sei aber stabil, wie das Staatsfernsehen berichtete. Es bezeichnete das Attentat als das Werk eines Selbstmordattentäters. Nach Angaben von Aktivisten geht es auf das Konto der Freien Syrischen Armee. Sie besteht größtenteils aus bewaffneten Einheiten von Deserteuren der syrischen Regierungstruppen.

Syrien-Konflikt
Assads brutaler Krieg
Regierungstruppen starten am 28. Juli 2012 eine Großoffensive gegen die Rebellen in der Metropole Aleppo. (Foto) Zur Fotostrecke

Bei mehreren Anschlägen in Damaskus in den vergangenen Monaten waren dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition und das Regime hatten sich jeweils gegenseitig beschuldigt. Abgesehen von dem heutigen Vorfall zählten die Regimegegner am Mittwoch landesweit 18 Tote. Die meisten von ihnen seien von Regierungstruppen in den Provinzen Homs und Daraa getötet worden, hieß es.

Beobachtermission der UN läuft aus

Am Dienstag hatten die Regierungstruppen nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter allein in Damaskus 17 Menschen getötet. Landesweit zählte die Organisation mehr als 100 Tote. Die regierungsamtliche Zeitung Al-Thawra schrieb am Mittwoch: «Damaskus ist schwer in die Knie zu zwingen, selbst wenn sich die ganze Welt gegen diese Stadt verbünden sollte.»

Aus Diplomatenkreisen in der Hauptstadt hieß es unterdessen, der Leiter der UN-Beobachtermission, der norwegische General Robert Mood, werde Syrien an diesem Donnerstag verlassen. Am Freitag läuft das Mandat der Militärbeobachter aus, über eine Verlängerung wird derzeit noch im Sicherheitsrat diskutiert.

Die Beobachtermission, die im vergangenen April begonnen hatte, ist umstritten. Denn die Waffenruhe, die der Sondergesandte Kofi Annan mit den Konfliktparteien ausgehandelt hatte, besteht bislang nur auf dem Papier. Durch die Kämpfe in vielen Provinzen war die Bewegungsfreiheit der unbewaffneten Beobachter stark eingeschränkt.

zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nichtwähler
  • Kommentar 2
  • 20.07.2012 13:50
Antwort auf Kommentar 1

Besser wäre es, wenn Geert Wilders Europrapräsident werden würde, dann könnte man die Muselmanische Bedrohung zurück drängen...

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  • eso-policier
  • Kommentar 1
  • 18.07.2012 13:51

Die Kriege in Vorderasien und Afrika (z. B. Mali) eskalieren immer mehr. Der Zionismus und Kapitalismus werden niedergebrochen. Israel muss sich auf die Grenzen von 1966 zurückziehen. Allerdings setzen sich nicht Islamisten durch; sondern nicht-grüne Ökos. Und in Deutschland zieht im Jahr 2015 die Partei BIW in den Landtag (Bürgerschaft) von Hamburg ein. Und die Partei FW 2013 oder 2017 in den Bundestag.

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