EnBW-Deal Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mappus

Steuerverschwendung
Hier wird unser Geld verprasst
Heavy Metal (Foto) Zur Fotostrecke

Von Karoline von Graevenitz
Milliardengeschäft unter der Lupe: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue beim Kauf der Aktien des Energieversorgers EnBW eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen den früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und den Banker Dirk Notheis wegen des umstrittenen Rückkaufs der EnBW-Aktien. Die Behörde teilte am Mittwoch mit, sie habe ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Untreue und der Beihilfe zur Untreue eingeleitet.

50 Polizeikräfte durchsuchten in diesem Zusammenhang am Mittwoch fünf Wohnungen sowie fünf Geschäfts- und Büroräume in Pforzheim, Mühlacker, Bad Soden, Ettlingen, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Karlsruhe und Stuttgart. Unter anderem wurden schriftliche Unterlagen und Datenträger sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft sieht in einem Gutachten des Landesrechnungshofs «zureichende tatsächliche Anhaltspunkte» für den Tatverdacht, dass sich Mappus der Untreue und Notheis der Beihilfe zur Untreue strafbar gemacht haben. Die Ermittler stützen sich dabei auf die Beurteilung der Finanzexperten, wonach der Erwerb der Aktien am Energieunternehmen EnBW durch das Land nicht ordnungsgemäß vorbereitet und auf eine ausreichende Wirtschaftlichkeitsprüfung verzichtet worden sei.

Überteuerter Aktienpreis?

Beim Kauf sei das «wichtige Landesinteresse» nur unzureichend begründet worden. Zudem habe das Verfahren Landesverfassung und Landeshaushaltsordnung verletzt. Es gebe es außerdem zureichende «Anhaltspunkte für einen dem Land entstandenen Vermögensnachteil». Es gebe keine «nachvollziehbaren Gründe», warum der Vertrag nicht zu einem Kaufpreis von 39,90 Euro pro Aktie - der Preisuntergrenze des Eigentümers - abgeschlossen wurde. Das Land zahlte pro Aktie 41,50 Euro. Auch durch die Entscheidung für Morgan Stanley als Beraterbank könnte dem Land ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sein, hieß es.

Der CDU-Politiker Mappus hatte im Jahr 2010 unter der Regie des damaligen Morgan-Stanley-Deutschlandchefs Notheis über 45 Prozent der Aktien des baden-württembergischen Stromversorgers EnBW vom französischen Energieunternehmen EdF zurückgekauft. Das am Parlament vorbei eingefädelte Geschäft wurde später vom baden-württembergischen Staatsgerichtshof für verfassungswidrig erklärt. Darüber hinaus rügte der Landesrechnungshof, dass Rechtsvorschriften grob verletzt worden seien und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens nicht ausreichend geprüft worden sei.

Mit der Aufklärung der Vorgänge ist derzeit ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss beschäftigt, der im Dezember seine Arbeit abschließen will. SPD-Finanzminister Nils Schmid wollte noch am Mittwoch ein Gutachten vorstellen, dass belegen soll, dass das Land damals 840 Millionen Euro zu viel zahlte.

wam/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • bimbo
  • Kommentar 1
  • 11.07.2012 16:37

hallöle ! was passiert eigentlich wenn der stephan wie der helmut ein bissle bimbes von morgan erhalten hat. ist ja nur für die partei. onkel helmut im gegensatz zu franz-josef hat es niemand zugetraut. und mutti ? wer checkt eigentlich den ihre konten bei credit suisse ??? ach ja steuer cd`s werden nicht gekauft. armes deutschland, griechenland ist überall !!!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig