Betrug So erschleicht sich die Mafia die EU-Millionen

Tief in den Miesen
Die größten Schuldenstaaten der Welt
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Es ist die größte Mauschelei mit EU-Geldern: 389 Millionen Euro sind im süditalienischen Kalabrien zu Unrecht in den Straßenbau geflossen - im Herrschaftsgebiet der Mafia-Gruppierung `Ndrangheta. Die EU-Betrugswächter haben weitere Schwindeleien aufgedeckt und insgesamt 511 Jahre Haft verhängt.

Wegen missbräuchlicher Verwendung sind vergangenes Jahr 691 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt eingezogen worden. Infolge der vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) angestoßenen Verfahren verhängten nationale Gerichte Haftstrafen von insgesamt 511 Jahren und Geldbußen in Höhe von 155 Millionen Euro, wie aus dem am Dienstag in Brüssel vorgestellten Olaf-Jahresbericht 2011 hervorgeht.

Mit rund 389 Millionen Euro entfiel mehr als die Hälfte der Gesamtsumme auf ein langjähriges Straßenbauprojekt im italienischen Kalabrien, bei dem neben Interessenkonflikten auch illegale Vergaben an Subunternehmer und Bilanzfehler moniert wurden.

Im Visier hatte Olaf neben den italienischen Straßenbauern auch einen chinesischen Plastiktütenhersteller, der den Zoll umging, oder eine Bande russischer Zigarettenschmuggler. Der Löwenanteil der Rückzahlungen stammte 2011 aus falsch ausgezahlten Strukturfonds (525 Millionen Euro), aus Zolleinnahmen (114 Millionen Euro) und aus der Landwirtschaft (34 Millionen Euro).

Olaf bekämpft Betrug, Korruption und andere Unregelmäßigkeiten in Europa, sofern sie den Gemeinschaftshaushalt betreffen. Dazu gehört auch Fehlverhalten innerhalb der EU-Institutionen. Ihre Berichte reichen die Betrugswächter an die nationalen Kontrollbehörden weiter, die dann wiederum für die Strafverfolgung zuständig sind.

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jag/zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • hpklimbim
  • Kommentar 2
  • 04.07.2012 05:54

Ganz so neu ist der gezielte und zum Teil auch noch amtlich geförderte Missbrauch von Subventionen nun auch wieder nicht. Kann man doch zur Verteilung der (meist) überflüssigen Subventionen wieder neue Stellen für die amtlich bestellten Verteiler schaffen. Und das Ganze hat "Tradition". Beispiel Landwirtschaft: Wer das Produkt "A" anbaut, erhält eine Subvention. Wer das Produkt "B" anbaut, erhält eine Subvention. Wer garnichts anbaut, erhält eine Subvention. Ja was denn jetzt???.......

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  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 03.07.2012 21:23

Wußten Sie das etwa noch nicht? Und hierbei dürfte es sich sogar nur um die Spitze des berühmt-berüchtigten Eisberges handeln!

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